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Zitat von JarodRussell
Damit implizierst Du aber von vornherein eine Position, die Du nicht beweisen kannst und die, aus meiner Sicht, mit Leichtigkeit auch anders verstanden werden kann und offensichtlich auch sollte.
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Ich glaube, wir beide reden hier etwas aneinander vorbei.
Ich teile Deine Analyse der Situation, ich stimme Dir auch durchaus zu, dass man sich genau anschauen muss, welche Förderung und Unterstützung sinnvoll ist. Ich habe nie gesagt, dass man mit der Erhöhung der Hartz-4-Sätze alle Probleme lösen kann.
Ich kritisiere in erster Linie die pauschale Zuerkenneung von Eigenschaften an Menschen aufgrund ihrer aktuellen finanziellen Situation, wie es Olaf tut. Ich glaube kaum, dass Du dem zustimmst.
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Zitat von JarodRussell
Über Ursachen und Möglichkeiten zu diskutieren ist auch redlich, aber man darf sich nicht darüber beklagen, wenn dazu jeder aus seiner Perspektive eben andere Prioritäten setzt.
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Absolut einverstanden. So weit waren wir aber noch gar nicht.
Ich bin sogar der Meinung, dass jetzt schon in Einzelfällen die Förderung viel zu hoch ist. Das liegt m.E. daran, dass eben keinerlei individuelle Unterscheidung vorgenommen wird, sondern alle pauschal über einen Kamm geschert werden. Dann schaut man nach, sieht die extremen Fälle und bessert nochmal nach. Dass man dann andere völlig aus der Bahn wirft, sind dann Kollateralschäden. Für mich nur schwer akzeptabel.
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Zitat von JarodRussell
Soziale Gleichstellung und Vollversorgung für alle, von mir aus auch global erweitert, sind ein hehres Ziel, jedoch in keinster Weise für unsere Gesellschaft im Ganzen erreichbar oder wünschenswert, so brutal das auch klingen mag.
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Da gehen jetzt unsere Meinungen auseinander. Ob es weltweit möglich wäre bezweifle ich aufgrund der emnschlichen Unfähigkeit auch, aber in Europa ist ein menschenwürdiges Leben für alle möglich, davon bin ich überzeugt.
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Zitat von JarodRussell
EDITH:Ein Punkt, der mir gerade noch eingefallen ist. Ich denke, wenn man einmal beide Seiten der Medaille betrachtet, wird einiges klarer. Ich kann es gut nachvollziehen, wenn der gesellschaftliche Druck gegenüber finanzielle sehr gut gestellten Schichten größer wird und eine gewisse Missgunst und ein Gefühl von Ungerechtigkeit aufkommt.
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Das Unternehmertum ansich ist also nichts Schlechtes, seine Auswüchse und die ganz großen Player, da sollte man mal genauer hinschauen.
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Ein häufig verwendeter Trick, der Ruf nach Gerechtigkeit wird als Neid und Mißgunst abgetan und somit negativ etikettiert.
Offensichtlich ist doch, dass das Verhältnis zwischen Leistung und Bezahlung eine Machtfrage ist und somit die Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt wird.
Unternehmertum ist absolut nichts Schlechtes, das sagt auch keiner. Es hat aber nichts mehr mit Unternehmertum zu tun, wenn man das Risiko mittels geeigneter Rechtsformen minimiert, die Rendite mittels kurzfristiger Coups maximiert und ganze Volkswirtschaften mittels Zockerei ruiniert.
Der Familienbetrieb der auf Qualität, Vertrauen der Kunden, Zufriedenheit der Mitarbeiter und langfristige Unternehmenssicherung bedacht ist, ist wichtig für unsere Gesellschaft, wird nur leider immer seltener.