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Alt 18.08.2010, 12:55
JarodRussell JarodRussell ist offline
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Zitat:
Zitat von Jaskula Beitrag anzeigen
Ich kritisiere in erster Linie die pauschale Zuerkenneung von Eigenschaften an Menschen aufgrund ihrer aktuellen finanziellen Situation, wie es Olaf tut. Ich glaube kaum, dass Du dem zustimmst.
Ich stimme dem so weit zu, dass sozial schwache Schichten in der Regel bzw. Mehrheit auch bildungsfern sind. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Zitat:
Da gehen jetzt unsere Meinungen auseinander. Ob es weltweit möglich wäre bezweifle ich aufgrund der emnschlichen Unfähigkeit auch, aber in Europa ist ein menschenwürdiges Leben für alle möglich, davon bin ich überzeugt.
Ich glaube ehrlich gesagt nicht an den ethisch voll aufgeklärten Menschen, der sich immer zum Wohle anderer entscheidet. Das ist philosophische Romantik, die nicht der Realität entspricht. Menschen handeln in der Regel nur dann selbstlos, wenn es sie in irgendeiner Art und Weise selbst in ein positiveres Licht rückt oder zu einem Vorteil führt. Das ist einfach ein grundmenschliches Handlungsmuster gegen das alle Ethik und Moral einfach nicht ankommt.
Des Weiteren bin ich auch ein fester Vertreter der Theorie, dass ein Wohlstand, wie wir ihn hier in unserem Land und unsere Nachbarn geniessen, immer auch zu einem großen Teil darauf basiert, dass andere an diesem Wohlstand mangeln. Wir leben ressourcentechnisch, finanziell und auch auf vielen anderen Gebieten weit überdurchschnittlich. Dass das zum Nachteil anderer geschieht, ist eine logische Konsequenz. Damit dieser "Wohlstand" zu uns kommt, müssen wir auch in der Lage sein, am Nicht-Wohlstand anderer zu profitieren. Das soll das nur grob verdeutlichen, aber was ich meine ist, wir können keine Güter oder Ressourcen, materiell oder auch finanziell, im Vergleich zu anderen Ecken der Welt akkumulieren und uns Wohlstand bringen lassen, wenn dafür nicht auch andere eben im Gegenteil leben. Das meinte ich auch in meinem anderen Beitrag mit "brutal", weil es ist zutiefst unmoralisch nach unseren Anschauungen, aber dennoch auch zutiefst menschlich, was für mich wieder einmal die Frage aufwirft, warum menschlich ein positiver Begriff ist.
Mir ist klar, dass es einfach ist, aus unserer Sicht so über die Dinge zu reden, immerhin stehen wir auf der sonnigen Seite, aber wollen wir diesen Status quo ändern ? Wollen wir ihn so ändern, dass alle auf der Welt in dem Wohlstand leben, den wir geniessen ? Das ist unsinnig so etwas zu glauben. Davon hätte global betrachtet dann wieder keiner was, weil das zahlenmässige Verhältnis da einfach zu sehr in die Suppe spuckt.
Das war jetzt eine makroskopische Sicht der Dinge, aber sie lässt sich genauso in den Mikrokosmos einer Volkswirtschaft übertragen. Wohlstand und Reichtum bedingt immer auch Armut bei einer anderen Gruppe.
Psychologen sprechen sogar davon, dass so etwas als grundlegendste Triebfeder des Fortschritts wirkt. Nur wenn man sieht, wo man hin möchte, kann man auch die Schritte machen.
Wie gesagt, wir leben zum Glück auch in einer Welt, in der Ethik und Moral eine Rolle spielen, wäre es nicht so, gäbe es unsere Vereine nicht. Aber wenn es hart auf hart kommt oder man versucht, das menschliche Zusammenleben auf die kleinsten Nenner herunterzubrechen, muss man auch damit rechnen, die Regeln und Ebenen der Ethik und der Moral zu verlassen, weil sie dann einfach nicht mehr funktionieren. Oder plump gesagt, man muss sie sich eben leisten können.

Zitat:
Ein häufig verwendeter Trick, der Ruf nach Gerechtigkeit wird als Neid und Mißgunst abgetan und somit negativ etikettiert.
Offensichtlich ist doch, dass das Verhältnis zwischen Leistung und Bezahlung eine Machtfrage ist und somit die Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt wird.
Unternehmertum ist absolut nichts Schlechtes, das sagt auch keiner. Es hat aber nichts mehr mit Unternehmertum zu tun, wenn man das Risiko mittels geeigneter Rechtsformen minimiert, die Rendite mittels kurzfristiger Coups maximiert und ganze Volkswirtschaften mittels Zockerei ruiniert.
Der Familienbetrieb der auf Qualität, Vertrauen der Kunden, Zufriedenheit der Mitarbeiter und langfristige Unternehmenssicherung bedacht ist, ist wichtig für unsere Gesellschaft, wird nur leider immer seltener.
Da hast Du mich falsch verstanden !
Ich betitele diese Begriffe negativ, weil sie meiner Meinung nach viel zu häufig und leichtfertig gegen alles und jeden verwendet werden, der sich etwas hart erarbeitet hat. Einfach weil der erste Eindruck zählt, denn die Geschichte dahinter sieht man einem materiellen Gut nun einmal nicht an !
Natürlich darf das System sich nicht selbst pervertieren und am Ende alle mitreissen, das steht doch aber auch gar nicht zur Debatte.
Dass man als Unternehmer aber versucht, sein Unternehmen mit den möglichen Mitteln (!) zu schützen und in eine bessere Position zu rücken ist auch wiederum ein grundnatürliches Streben, womit wir wieder bei der Erlangung eines persönlichen Vorteils sind. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Frage aber nun einmal nie lautet "Ist es gesellschaftlich vertretbar ?" sondern immer "Ist es mit den zu der Zeit geltenden Regeln und Gesetzen legal ?" denn nur das ist maßgeblich für das Hier und Jetzt.
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ACHTUNG Linkshänder !
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