Zitat:
Zitat von Jaskula
Wir reden z.B. von einem recht hohen Anteil an Alleinerziehenden, die aufgrund dieses Merkmals und nicht aufgrund ihrer Bildungsferne in diese Situation geraten sind, außerdem zunehmend über Menschen, die lange Zeit voll integrierter Bestandteil der Gesellschaft waren, weil sie Arbeit hatten, dann aber mit 50 arbeitslos wurden. Egal in welchem Bereich, mit der 5 vorne kriegst Du dann so gut wie nichts mehr – und ruckzuck ist alles weg, was man sich genauso hart erarbeitet hatte wie die anderen, die von dem Augenblick an viel gebildeter sind.
Wir reden auch von Altersarmut, von Menschen, die sich nichts mehr hart erarbeiten können, deren Rente aber nicht mehr so viel wert ist – und in vielen Fällen davon, dass Witwen von der Witwenrente auch dann kaum leben können, wenn die volle Rente des Mannes ganz beachtlich und hart erarbeitet war.
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Bildungsferne ist mit Sicherheit kein Privileg der Unterschicht, aber sich von Bildung fern zu halten, ist der sicherste Weg, in der Unterschicht zu bleiben oder zu ihr zu gelangen.
Umgekehrt ist Bildung auch kein Garant für Wohlstand oder wenigstens ein sicheres Einkommen.
Auf die oben von Dir aufgezählten Schicksale bezieht sich Olaf wohl nicht, es sei denn, Du meinst die Alleinerziehende, die mit 22 das dritte Kind vom dritten Vater hat.
Die Frage ist doch – ganz oben wie ganz unten – wie viel Prozent in der jeweiligen Schicht der Kategorie „A…loch“ zuzuordnen sind, bei denen man was ändern müsste.
Dass Olaf da in der Unterschicht einen höheren Anteil annimmt als Du ist klar. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte.
Zitat:
Zitat von Jaskula
Es ist für mich ein Witz, dass Parolen wie „Leistung muss sich lohnen“ und „Wer arbeitet muss mehr haben als einer der nicht arbeitet“ immer nur in Bezug auf Arbeitslose verwendet werden.
- Geerbtes Vermögen ist weder durch Leistung noch durch Arbeit zustande gekommen, müsste nach diesen Parolen also eigentlich abgeschöpft werden – stattdessen passiert genau das Gegenteil.
- Einmal angehäuftes Vermögen arbeitet für seinen Besitzer, nicht für den der arbeitet. Für diesen Vermögenszuwachs müssen stattdessen andere arbeiten.
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Das ist jetzt nicht Dein Ernst? Ersteres sind zwar tatsächlich nicht mehr als Parolen, aber deswegen in ihrer Aussage nicht unbedingt verkehrt.
Aber wie Du auf die Idee kommst, dass gemäß dieser Parolen ererbtes Vermögen abgeschöpft werden müsste, ist mir ein Rätsel.
Sollte ich es irgendwann mal geschafft haben, nach 20 Jahren Zins- und Tilgungszahlungen von meinem Nettoeinkommen, mein Häuschen abbezahlt zu haben, dann ist dies auch eine Leistung die belohnt werden muss. Und wenn der Lohn darin besteht, dass ich eine zusätzliche finanzielle Absicherung für meine Kinder geschaffen habe. Die liegen mir nämlich mindestens so am Herzen wie ich mir selbst. „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“. Warum soll der durch Umverteilung bestraft werden, der dies beherzigt? Und mein Erspartes gehört mir und meiner Familie und sonst niemandem.
Wem das nicht passt, der soll sich ein anderes Gesellschaftssystem suchen.