Na also, da haben wir doch wunderbar den Zusammenhang dargelegt, den ich in einem meiner ersten Beiträge dazu schon versucht habe zu schildern.
Zitat:
Zitat von klugscheisser
Vielleicht brauchen wir ein anderes Verhältnis zum "Wirtschaftsgut Kind". Wie pervers sind wir denn, dass wir über die Überfremdung jammern, Schulen mit hohem Ausländer-Anteil beklagen, die Jugendsprache immer unverständlicher wird, eine Schwangerschaft zuerst als finanzielles Risiko gesehen wird? Wo bleibt der 24-Monats-Vertrag mit Rückgaberecht?
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Mal im Ernst. Ich bin in einem Alter, in dem das mit den Kindern in meinem direkten Umfeld jetzt richtig losgeht. Die meisten, die jetzt Eltern geworden sind, konnten das nur, weil sie in wirtschaftlich stabilen Verhältnissen leben. Meistens war die Mutter verbeamtet. Diese "Häufung" empfinde ich sehr deutlich.
Du kannst von der Gesellschaft nicht erwarten, dass sie sich sehenden Auges in eine prekäre Versorgungslage begeben. Das ist hochgradig unvernünftig. Eine Schwangerschaft ist nun einmal ein wirtschaftliches Risiko und sich darüber Gedanken zu machen ist in meinen Augen daher das Normalste auf der Welt. Was bringt es den Kindern, wenn ich ihnen zwar das Leben schenke, sie dieses aber auf niedrigstem Niveau führen müssen, weil ich nicht in der lage bin, sie entsprechend zu versorgen ? Das will doch auch keiner. So gesehen sind die Motive in dem Fall ja auch eher aus einem fürsorglichen Gedanken entstanden. Dass sie in der Masse aber einen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten, das ist eine Weitsicht, die man niemandem abverlangen kann und zudem sollte die freie Entscheidung darüber, ob man Kinder will oder nicht, immer noch jedem selbst überlassen bleiben.
Ich beziehe das mal auf mich. 29, na gut fast 30 Jahre alt (Immer diese Eitelkeit

), beendetes Studium, auf dem Weg zum Dr.-Ing. Ich denke, meine Aussichten beruflicher Art sind nicht die schlechtesten Rahmenbedingungen. Aber ich sage auch ganz klar, dass ich mir keine Kinder zulegen werde, wenn ich nicht eine einigermaßen sichere berufliche Bahn erreicht habe. Und ich fange in ein bis zwei Jahren überhaupt erstmal damit an, diese zu beginnen ! Das heisst, vor 35 bis 38 werde ich sicher nicht über Nachwuchs nachdenken, wenn überhaupt. Denn ich rechne damit, dass ich aufgrund meiner beruflichen Ambitionen sicherlich nicht besonders lange an einem Standort verweilen werde, jedenfalls nicht in Zeiträumen länger als 5 Jahren. Man will ja schliesslich auch versuchen, weiter zu kommen. Ob das klappt, weiss ich nicht, das wird die Zeit zeigen, aber die Frage nach Familie oder danach, sich überhaupt irgendwo niederzulassen, die stelle ich mir nicht mal ansatzweise, weil sie nicht ein bisschen in das passt, was ich als Normalität empfinde. Jetzt sag mir, was mich dazu motivieren soll, Kinder in die Welt zu setzen ? Das kann keine Politik schaffen.
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Wir kaufen Klamotten aus Ländern, in denen "dank" Kinderarbeit der Lebensunterhalt der Familie durch die große Zahl der Kinder gesichert wird.
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Und genau das ist die Basis dessen, was in der allgemeinen Gesellschaft als "Wohlstand" definiert wird. Das will bloß kaum jemand wahr haben, aber wenn in den Ländern, aus denen wir die Waren billig bekommen, ähnliche soziale und materielle Verhältnisse herrschen würden wie bei uns, könnten wir diese Güter nicht bezahlen. Potentialdifferenzen sind immer der Antrieb für eine Entwicklung oder eine "Bewegung". Ob das nun die Physik ist oder das gesellschaftliche Leben oder auch das Wetter. Okay, jetzt wird es philosophisch...
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Wenn wir das nicht wollen, darf Kinder kriegen und erziehen kein Kostenfaktor sein. Ich will weiß Gott nicht den Lebensborn erneuern, aber wenn wir in der Lage sind, Milliarden in bankrotte, weil von ihren Eigentümern ausgeraubte, Unternehmen und Banken zu stecken, sollten die paar Kinder jährlich, deren Eltern die Hilfe brauchen, für unsere Gesellschaft kein Problem sein.
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Der Unterschied ist aber, dass das eine ungefragt abläuft, weil dafür Gründe sprechen, die man nur schlecht einer breiten Masse vermitteln kann. Aber das ist ein anderes Thema und ich bin da auch weiss Gott kein Fan dieser "Rettungsschirme", aber manchmal sind auch unpopuläre Dinge notwendig, weil es einen breiteren Rahmen gibt. Aber wo ich absolut Recht gebe, ist das harmlose, ja regelrecht zahnlose, Engagement von politischer Seite, sich den volkswirtschaftlichen Schaden, der da aufgebaut wurde und wird, auch nur ansatzweise zurückzuholen.