Kleiner Exkurs für alle Sean Connery-Fans:
Vergangene Nacht lief im deutschen Fernsehen
'Sein Leben in meiner
Gewalt' (Im Original:
'The Offence') von Sydney Lumet aus dem
Jahre 1973.
Wirklich beeindruckend. Ich verstehe vollkommen, warum viele Kritiker
dem guten Sean dort die mit Abstand beste schauspielerische Leistung
seiner Karriere attestieren. Verglichen mit der Rolle des gewalttätigen
u. neurotischen Polizei-Sergeants Johnson sind sämtliche seiner Bonds
verweichlichte Schnucki-Putzis.
Unvergesslich, wie er (im Originalton mit schnoddrig-schottischem Akzent
und Whisky Glas in der Hand) seine holde Gattin als abgetakelte alte Stute
abkanzelt und ihr Kleid plus Gürtel mit "einer Pferdedecke, umwickelt mit
einer Wäscheleine" vergleicht.
Die gewalttätigen, psychologisch eindringlichen Verhörszenen auf der
Wache suchen bis heute ihresgleichen.
Viel trägt zu dieser Eruption an Emotionen der schonungslose Insze-
nierungsstil Lumets bei, der seinen Darstellern hier alles abverlangte
- und dem keiner der kommerz-verkorksten Bond-Regisseure in den
vergangenen rund 50 Jahren jemals das Wasser reichen konnte.
Guy Hamilton,Terence Young & Co. sind - verglichen mit Lumet -
auf billige Effekte bedachte, belanglose Pfuscher vor dem Herrn.
Eine Filmkritik:
www.critic.de/index.pl?aktion=kritik&id=81