Es gewittert, zumindest innerlich, bei mir.
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Zitat von Carstens_Brüderchen
Denn es ist noch immer weitgehend tabu, womit wir wieder bei der Moralkeule wären, die eine konstruktive Auseinandersetzung mit Fakten, Problemen, Ursachen und Folgen oftmals unmöglich macht... 
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Du meinst ja sicherlich auch mich mit den moralkeulen-schwingenden Sozialromantikern.
Aus meiner Sicht gehört zu einer konstruktiven Herangehensweise auch, dass man sauber zwischen Fakten und daraus gezogenen Schlüssen unterscheidet. Du betrachtest auch solches als Fakt, was Du dafür hältst. Da liegt dann auch das Problem, denn selbstverständlich gibt es unterschiedliche Talente und Fähigkeiten, selbstverständlich gibt es daraus folgend unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten. Das ist unbestreitbarer Fakt. Fakt ist auch, da gebe ich Sarrazin und Dir recht, dass die Bevölkerungsentwicklung durchaus nicht günstig verläuft. Bei der Beurteilung der Ursachen und der zu treffenden Maßnahmen liegen nun wiederum Welten zwischen uns.
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Zitat von Carstens_Brüderchen
Ob Intelligenz - wenn auch nur zu einem Teil - vererblich ist, wird zur Frage der 'Denke' des Betrachters, der zumeist umgehend in die völkische Ecke gestellt wird, sobald er das Thema überhaupt anspricht.
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Falsch. Nicht das Ansprechen des Themas an sich oder der Hinweis auf die wohl kaum zu verneinende Vererblichkeit von Intelligenz sorgt für Empörung, sondern die Schlüsse, die Du daraus ziehst. Letztlich möchtest Du schon, dass sich „die Richtigen“ vermehren und nicht „die Falschen“. Und das ist m.E. mehr als bedenklich, auch wenn Du noch nicht von unwertem Leben sprichst.
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Zitat von Carstens_Brüderchen
Darüber wird dann aber von vielen unter heftigem Schwingen der Moralkeule nur soweit diskutiert, ob das gerecht sei und "in was für einem Land wir eigentlich leben, wenn Dumme keine Kinder kriegen dürfen". Nicht diskutieren darf man jedenfalls darüber, ob man den Kindern, die unweigerlich in so eine Situation und in den nahezu zwangsläufig folgenden permanenten Kampf gegen die gesellschaftlichen Bedingungen geschmissen werden, damit einen Gefallen tut. Das Argument "Auch dumme und arme Menschen können glücklich leben" wirkt da in meinen Augen sozialromantisch verklärt, zumindest aber kurzsichtig.
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Was unweigerlich und zwangsläufig ist, wird durch Politik und Gesellschaft bestimmt und ist insofern änderbar. Genau darum geht es ja. Wenn Du das also als gegeben und nicht änderbar ansiehst, dann ergibt sich eine ganz andere Diskussion, nämlich genau die, die Du gerne führen möchtest: „Die Gesellschaft ist so wie sie ist und deshalb sind Vögelquoten notwendig, damit sich die Menschheit richtig entwickelt.“
Ist es nicht vielleicht kurzsichtig, wenn man nicht einmal in Betracht zieht, dass man an anderen Hebeln ansetzen könnte ?
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Zitat von Carstens_Brüderchen
Das kann auch bedeuten, dass ich als Langzeitarbeitsloser ohne Hauptschulabschluss, der eine Arbeitslose mit durchschnittlichem Hauptschulabschluss ehelicht, unter den aktuellen Bedingungen des Systems zumindest in Erwägung ziehen sollte, dass eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besteht, seine Kinder könnten bereits chancenlos geboren werden.
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Dass es ein solches Kind schwerer haben wird als manch andere ist zu vermuten, wenn jedoch auch nur ein Kind in Deutschland
chancenlos geboren wird, dann ist das ein Zeichen für eine völlig verrottete Gesellschaft. Ob Chancen genutzt werden und wie groß diese Chancen sind, ist höchst individuell, aber Chancen muss es für jedes Kind geben.
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Zitat von Carstens_Brüderchen
Aber das kann im Umkehrschluss auch nicht heißen, dass Menschen, die denkbar ungünstige Umstände mitbringen, sich trotzdem 'munter vermehren müssen', damit sie 'wenigstens daraus einen Selbstzweck' definieren können.
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Da isser wieder, der arrogante Tonfall. Wenn sie schon ansonsten nutz- und wertlos sind und sich auch so fühlen, dann sollte ihnen wenigstens auch das Kinder kriegen untersagt werden. Sorry, geht’s noch ?
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Zitat von Carstens_Brüderchen
M.E. reicht es heutzutage jedenfalls schon lange nicht mehr, in der Schule über AIDS und Syphilis zu referieren und kollektiv Kondome über Bananen zu streifen, damit man lernt, wie man 'richtig vögelt', während man ganz andere existenzielle Folgen unter den Tisch fallen lässt, die irgendwann mit einer 'geglückten Vermehrung' verbunden sein könnten.
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Wie vögelt man denn richtig ?
Sind dafür Seidenbettwäsche, Champagnergläser und Austern notwendig ?