Einzelnen Beitrag anzeigen
  #3414  
Alt 24.08.2010, 12:40
Benutzerbild von Carstens_Brüderchen
Carstens_Brüderchen Carstens_Brüderchen ist offline
Isch hol glei mein Bruda!
Foren-Stammgast 3000
 
Registriert seit: 02.01.2006
Ort: Welschen Ennest
Beiträge: 3.003
Carstens_Brüderchen ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: DER Thread für politisch Interessierte

Ich möchte mal was Generelles zur hiesigen Diskussionsführung loswerden:

Es ist doch ziemlich seltsam, dass mehrere Diskussionsteilnehmer immer wieder mal bei mir nachhaken, wo ich denn jetzt 'eigentlich stehe' bzw. fordern, ich solle mich zu irgendeiner Richtung 'bekennen' - dann könne man ja 'auch klar miteinander' reden.

Hierzu mal die Frage, wozu das nötig ist...? Meinungen, Diskussionen, Argumente mögen vielleicht eher einer 'Schublade' zuzuordnen sein, wenn man irgendeine politische Prägung damit verknüpfen kann, was aber doch das jeweilige Argument letztlich nur verwässert, indem man sich sagen kann "Ach so, ja klar - der ist ja 'n Roter bzw. 'n Rechter...! Logisch, dass der das so sieht."

Diese Zuordnung in politische Lager halte ich allerdings für abträglich, was eine sachliche Auseinandersetzung mit den Gedanken und den Argumenten des jeweiligen Gesprächspartners angeht.

Die Tatsache, dass Jaskula mich schon in allen möglichen Ecken der politischen Landschaft vermutet hat (u.a. auch in Betracht gezogen hat, dass wir quasi in allen Punkten übereinstimmen könnten, wenn ich es eigentlich nur zugebe), sagt da schon einiges aus...

Nur so viel: Ich sehe mich weit enfernt von rechten oder linken Extremen, eine 'definierte Mitte' gibt es nicht. 'Dort' kann ich mich also auch nicht befinden. Aber es ist auch egal, wo ich meine politische Position als 'passend' definiere - ich bin Bestandteil dieser Gesellschaft und habe Meinungen und Blickwinkel, die ich vertrete. Dass ich diese Meinungen nicht alleine vertrete, ist keineswegs ein Indiz dafür, dass ich im Recht sein könnte; wohl aber dafür, dass es mehrere Menschen gibt, die ähnlich argumentieren und dabei durchaus auch aus gegensätzlichen politischen Lagern stammen können.

Eines steht dabei für mich fest, nämlich dass ein Argument zunächst lediglich nur 'existent' sein kann. Um mich damit zu beschäftigen, brauche ich die politische Zugehörigkeit meines Gegenüber nicht zu kennen. Mache ich das aber zur Grundbedingung, dann habe ich bereits den ersten Schritt in Richtung einer unsachlichen Bewertung vollzogen.
__________________
"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." George Orwell (1903-50), eigtl. Eric Arthur Blair, engl. Schriftsteller.