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Alt 31.08.2010, 22:31
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AW: Fairer Handel im Tischtennis

Danke für das Thema.
Ich denke, es gibt im TT eine Menge von Gründen, warum es keine oder nur wenige ökologisch oder sozial zertifizierte Produkte gibt.
Zum Einen ist da der Punkt, dass ein aus purem Kunststoff bestehender Ball oder ein mit allen möglichen Mittelchen (Lösemittel etc.) hergestellter Belag wohl unter keinen Bedingungen ökologisch nachhaltig ist.
Zum Anderen ist der Markt der kritischen KonsumentInnen nicht groß genug, dass sich eine relativ teure Zertifizierung lohnen würde. Ich denke daran, dass ein solcher Markt, wenn überhaupt nur in der EU besteht. Und selbst dort ist das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum sehr unterschiedlich ausgeprägt, wobei Deutschland wohl am oberen Ende sein dürfte. Insofern besteht da im Moment marktwirtschaftlich auf den ersten Blick kein Bedarf, auch wenn die zu erzielenden Imagegewinne, glaube ich, sich durchaus auch ökonomisch rechnen können.
Vielleicht kann da aber der Einstieg von Adidas etwas bewirken. Nachdem sie vor einiger Zeit mehrfach negativ aufgefallen sind, müssen sie sehr auf ihr Image achten und auch öffentlichkeitswirksam auf die EInhaltung gewisser sozialer und ökologischer Standards achten. Das könnte dann den Druck auf die anderen Hersteller erhöhen. Möglicherweise ist dieses Szenario aber nur ein Wunschtraum.
Außerdem fehtl es am Bewusstsein der SpielerInnen. Ein Beispiel: Sagt man "Ich kaufe ein China-T-Shirt.", assoziieren sicher die meisten auch zweifelhafte Produktionsbedingungen und mögliche Schadstoffbelastungen. Sagt man aber in TT-Kreisen "Ich kaufe einen CHina-Belag.", werden damit spielerische EIgenschaften wie zB Klebrigkeit oder Schwammhärte verbunden. Die soziale Komponente wird nicht mitgedacht.
"Es gibt keine Insel des Glücks in einem Meer voller Elend.", wie Adorno sagte, gilt selbstverständlich auch im Tischtennis. Tischtennis ist mit denselben Fragen konfrontiert wie alle anderen Lebensbereiche auch, wozu auch die Frage der Nachhaltigkeit gehört bzw. gehören muss.
Zum Glück kann man zumindest bei der Kleidung auf faire und/oder Biokleidung umsteigen, denn muss es wirklich unbedingt eine Tischtennismarke sein, die auf dem Shirt steht?
Beim eigentlichen Spielmaterial fehlen da leider die Alternativen.
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