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Alt 02.09.2010, 12:25
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AW: Brauche einen Rat - Noppen / Testberichte

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Damit dieser schöne Thread nicht in der Versenkung verschwindet, werde ich demnächst mal einige Eindrücke von den Tests mit dem Grass D.Tecs und dem Pistol einstellen. Den Guo Qui Miracle habe ich noch in der Hinterhand, weiß aber noch nicht, wann ich den testen werde.
So, um endlich mein Versprechen einzulösen, hier die Kurz-Berichte von Grass d.tecs und Pistol:

Grass d.tecs rot 1,2 mm (getestet auf Nittaku Combi-Wood Attack)
Nachdem mir der Grass d.tecs auf anderen Hölzern (Adolescen, Hino-Carbon Power u.a.) zu schnell war, hatte ich den Belag auf der langsameren RH-Seite des CWA getestet. Ich hatte mir davon versprochen, mehr Kontrolle bei gleichzeitigem Erhalt des Störeffekts zu bekommen.
Leider ging auch auf diesem Holz die Eigenfehlerquote nur bedingt nach unten, mehr hierzu bei den einzelnen Schlägen:

Aufschlag: Eigene Roll-Aufschläge mit dem Grass d.tecs waren immer gefährlich für den Gegner, sofern man sie wechselnd eingestreut hat. Wenig Effet, aber ein starkes Nach-Unten-Fallen zeichnet diesen Ball aus.
Rückschlag: Schwierig für mich war das Antworten auf schnelle Aufschläge in die Noppen, die Rückschläge waren bei meinen Trainingspartnern teilweise gefürchtet durch das Eiern des Balles, aber es fiel mir auf allen Hölzern schwer, den Ball kontrolliert zurückzuspielen, wenn ich eine gewisse Härte erreicht habe. Bei kurzen Aufschlägen war es kein Problem, aber bei schnellen Aufschlägen trat teilweise schon der Flummi-Effekt ein.
Block: Bei schnellen Topspins ist der passive und aktive Block ein Winner-Ball, kaum einer zog den zweiten oder gar dritten Topspin nach. Bei zu hartem Ballkontakt zeigte der Belag aber auch eine große Streuung durch den Flummi-Effekt. Dies war letztendlich auch das K.O.-Kriterium für mich, ich bin auf einen sicheren RH-Block angewiesen. Bei Effet-Topspins des Gegners reichte es oft aus, den Ball nur abzublocken, ein Aktiver Block war für mich schwierig zu kontrollieren. Allerdings muß man auch dazusagen, daß ich auf der RH hauptsächlich NI-änlich blocke und oft auch Pressblocks einsetze.
Schupf: Ging relativ unkompliziert, nachdem man sich an den recht hohen Ballabsprung gewohnt hatte.
Konter: Lotteriespiel, wenn der Ball kam, wars ein Punkt, wenn nicht, segelte er in hohem Bogen über den Tisch.
Noppen-Spin: War mir nur möglich, bei extremem Unterschnitt zu spielen. Das ist aber beim Grass d.tecs auch keine wirkliche Waffe, sinnvoller ist hier der
Schuss: Man muß sich trauen, diesen Ball zu spielen. Wenn der Schuss sitzt mit dem Grass d.tecs, kriegt den kaum ein Gegner (vergleichbare Stärke) zurück, da der Ball dem Gegner "tot" vom Schläger fällt.
Abwehr: Nur teilweise eingestreut, dafür bin ich nicht der geeignete Beurteiler, aber sehr viel Schnitt möglich.


Fazit: Ein toller Belag für den technisch versierten Spieler, der das zweifellos vorhandene Potenzial dieses Belags ausreizen kann.
Ich konnte es auch nach monatelangen Versuchen nicht. Der Störeffekt ist meiner Meinung ausgeprägt, wie bei kaum einem anderen Belag derzeit.


Danach habe ich mich nochmal an den Pistol gewagt, getestet in 1,6 rot auf dem gleichen Holz (CWA, Kurztest auch auf anderen Hölzern):
Der Pistol ist, obwohl sehr schnell, die bisher einzige KN, die einen gewissen Störfaktor hat. NICHT falsch verstehen, es flattert oder eiert nichts beim Pistol, sondern der Ballabsprung nach dem RH-Block ist flach und oft auch schnittlos.
Der Pistol hat etwas längere Noppen, welche auch dünner als bei herkömmlichen Kurzen Noppen sind, der Belag hat zwei Geschwindigkeiten:
Passiv kontrolliert offensiv, aktiv explosiv.
Die einzelnen Schläge:
Aufschlag: Hier gibt es nichts auffälliges, weder besonders negativ noch positiv.
Rückschlag: Je nach Aufschlag hat man alle Möglichkeiten: Schupf, Flipp, Konter (bei langen Aufschlägen). Der Belag reagiert sehr unempfindlich auf Schnitt und hilft mit seiner Kontrolle sehr gegen gute Aufschläger.
Schupf: Nur ein Notschlag, da der Pistol nicht viel Effet zulässt.
Block: Egal, ob schneller oder langsamer Topspin, man kann passiv und aktiv sehr sicher blocken. Wenn man den Ball "pressen" kann, kommt ein sehr unangenehmer Ball beim Gegner an, der schnell abtaucht.
Konter: Mut zum Risiko heißt die Devise, der Konter ist sehr direkt und schnell, hier fand ich aber das "Fenster" kleiner als beim
Schuss: Schüsse aus dem Handgelenk reichen ob des immens hohen Tempos des Pistols aus, der Ball kommt flach, schnell und direkt.
Abwehr: Ja, sogar das geht zwischendurch mit dem Pistol. Die RH-Abwehr ist zwar nicht gefährlich, aber als Notschlag (um Zeit zu gewinnen und wieder an den Tisch zu gehen) doch geeignet.

Fazit: Der Pistol ist eine Option, falls ich noch mal auf KN wechseln sollte. Tempo, Direktheit, einen kleinen Störfaktor UND vor allem ein gutes Ballgefühl auch bei hohem Risiko. Letzlich nur deswegen nicht mein RH-Belag, da ich zurück auf LN gewechselt bin.

Der "Gewinner" meiner Testerei steht in meiner Signatur, ein (ausführlicher) Testbericht folgt nächste Woche.
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Holz: Nittaku Barwell Fleet FL, VH: Test schwarz, RH: Test rot
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