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Alt 09.09.2010, 11:32
Melchior Wirth Melchior Wirth ist offline
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Die Flugkurve bei nicht-rotierenden Objekten ist einfach die Wurfparabel, die man aus dem Physik-Unterricht noch kennen könnte.
Bei rotierenden Körpern, wie unseren Tischtennis-Bällen, tritt zusätzlich noch der Magnuseffekt auf. Dieser ist ein etwas komplizierteres strömungsdynamisches Phänomen, das ich nicht in wenigen Sätzen erklären kann. Was für den Tischtennisspieler aber reichen dürfte:
- bei Oberschnitt bewirkt er eine Kraft nach unten, die Flugkurve wird also stärker gekrümmt
- bei Unterschnitt bewirkt er eine Kraft nach oben, die Flugkurve wird also schwächer gekrümmt
- bei Seitschnitt bewirkt er eine Krümmung der Flugbahn zur Seite
- beim mysteriösen "Korkenzieher-Spin" bewirkt er gar keine Veränderung gegenüber der Flugkurve eines spinlosen Balls

Für die physikalisch etwas versierten: Die resultierende Kraft des Magnuseffekts zeigt in Richtung des Kreuzproduktes aus Geschwindigkeit der anströmenden Luft und Winkelgeschwindigkeit des Balles. Die Richtung des Vektors der Winkelgeschwindigkeit erhält man folgendermaßen: Zeigt der gekrümmt Zeigefinger der rechten Hand die Rotationsrichtung an, dann zeigt der Daumen in Richtung des Vektors der Winkelgeschwindigkeit.

Das Verhalten beim Ballabsprung kann man sich dann dadurch ableiten, dass beim Auftreffen Rotations- in Translationsenergie umgewandelt wird ("Spin in Geschwindigkeit").
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Geändert von Melchior Wirth (09.09.2010 um 15:43 Uhr) Grund: Korrektur-Anmerkung durch avarice
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