|
AW: Einführung der Relegation in den obb Bezirksligen
In Schwaben hatten wir vor der Saison 2009/10, aos auch vor der jetzigen Saison 2010/11 recht umfangreiche Diskussionen zu diesem Thema. Aus meiner Sicht gibt es zur Relegation ganz ganz viele "Fürs", aber auch ein paar "Widers".
Man kann immer anführen, dass die Saison ein wenig länger dauert, dass es drei Spiele mehr gibt, dass ein Verein vielleicht in einem entscheidenden Spiel mit Ersatz antreten muss, oder, dass nach einem Relegationsspiel ein Spieler den Verein verlässt.
Aber, sind das wirklich stichhaltige Argumente, die die Einführung einer Relegation hindern sollten? Auch in einem entscheidenen Spiel in der "normalen" Runde passiert es, dass ein Verein mit Ersatz antreten muss. Auch, dass Spieler nach der regulären Punktspielsaison den Verein wechseln obwohl man Meister geworden ist, steht auf der Tagesordnung.
Also, solche Argumente könnte ich nicht gelten lassen.
Ich sehe das nicht aus der Sicht einer einzelnen Person, sondern global und stelle mir dabei die Frage: "Bringt es unserem Tischtennissport etwas bzw. sogar recht viel, oder bringt es ihm nichts oder nur ganz wenig"????
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass solche Relegationsspiele zu den Highlights eines Tischtennisspielerlebens gehören. Wird ein solches Spiel ordentlich "vermarktet", so steht der Verein für eine gewisse Zeit im Blickpunkt eines gewissen öffentlichen Interesses. Presse, Lokalradio, evtl. Lokalfernsehen berichten darüber. Zum Spiel selbst kann man ca. 50 - 150 Zuschauer mobil machen. Man erlebt eine Atmosphäre, wie man sie im Tischtennissport in unseren Spielklassen nur selten zu Gesicht bekommt. Und, man macht auch die Mitbewohner im Ort, die den Verein bisher so gut wie nicht registriert haben, auf sich aufmerksam, vielleicht auch Sponsoren, wenn man auf solche Wert legt.
Darüberhinaus ist der laufende Rundenspielbetrieb auch die gesamte Saison über für alle Mannschaften richtig interessant, weil fast jedes Team um einen Auf-, Abstiegs- oder Relegationsplatz kämpft. Das langweilige Rumgeplänkel gegen Ende der Runde mit Mannschaften für die es um nichts mehr geht, entällt damit fast vollständig.
In Schwaben wurde die Relegation im Übrigen auf dem heurigen Delegiertenbezirkstag beschlossen. Wie man im Nachhinein festgestellt hat, wurde der Beschluss allerdings zu spät gefasst, um ihn für die Saison 2010/11 wirksam werden zu lassen. Leider dürfen wir also erst nächste Saison damit beginnen.
Auch in Schwaben hatten wir das Problem, dass die Spieler überwiegend für eine Relegation waren, dass aber die Funktionäre hier bis vor kurzem immer ein Veto eingelegt haben. Warum das so ist, kann ich eigentlich nicht nachvollziehen. Allerdings ist es trotzdem vorteilhaft, wenn man hier seitens des Bezirkes informativ tätig wird und auch auf die Vorteile einer Relegation hinweist um auch Skeptiker zu überzeugen. Schließlich wollen wir doch so viele Spieler wie möglich im Relegationsboot sitzen haben.
Wenn die bisher gültige Regelung beibehalten wird, ist der Arbeitsanfall für den Bezirk bzw. den Verband nicht sonderlich schlimm. Es sind feste Spieltermine vorgegeben. Die Paarungen ergeben sich durch die Platzierungen in der Tabelle und, nachdem immer ein beteiligter Verein Heimrecht genießt, muss auch nicht zeitaufwändig nach einem neutralen Ausrichter gesucht werden.
Ich finde trotzdem, dass man nicht gleich alles überstürzen sollte. Es könnte sein, dass die Bezirksligavereine einer Relegation offener gegenüber stehen, als die Kreisligamannschaften. Deshalb gefällt mir die schwäbische Regelgung recht gut, dass man die Relegation nur für die Bezirksligateams einführt. Und, auch der Bezirk Oberbayern würde sich nichts vergeben, wenn er die Relegation mal für eine Saison probeweise einführt. Dann kann die Situation immer noch ein Jahr später neu überdacht werden.
Zum Abschluss noch eines: Ich bin beruflich in ganz Bayern unterwegs. Die Bezirke, in denen die Relegation bereits eingeführt ist (z.B. Unterfranken, Niederbayern), die sind ganz begeistert davon.
|