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Zitat von Furious Forehand
Zunächst einmal ist es ein vielzitierter fakt, dass es in China schon oft zu alimentären Kontaminationen durch Clenbuterol gekommen ist. Warum also sollte man sich nicht darauf beziehen? Diese Denkweise kann ich nicht nachvollziehen.
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Sicherlich ist es legitim und sollte es auch sein, sich auf die Möglichkeit einer Kontamination mit Clen bei chinesischen Speisen zu beziehen. Aber das sollte man dann doch wesentlich diplomatischer angehen. Ob es tatsächlich exorbitant viele Fälle in China gibt, kann ich hier wegen ein paar Berichten nicht zweifelsfrei feststellen.
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Zitat von Furious Forehand
Wenn wir aber zweitens davon ausgehen, dass das Verhältnis zu China dadurch tatsächlich leidet - da es nicht erlaubt ist, bezüglich dieser Diktatur Tatsachen zu benennen - frage ich mich, was dies für eine Relevanz für zukünftige Vergleiche mit "Chinesischen Spitzenspielern, die das Salz in der Suppe sind" hätte? Das liest sich ja so, als dürfte man dann nicht mehr gegen China antreten. Oder hast du es nur missverständlich formuliert?
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Du schreibst hier von Tatsachen. Woher nimmst du diese Erkenntnis? Wegen der paar Berichte? Oder kennst du wirklich sehr viele solcher Berichte, die belastbar sind? Beim Fall DO kann man zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht zweifelsfrei von einer Clen-Kontamination der dort gegessen Speisen ausgehen. Welche Relevanz ein solches Vorgehen für das Verhältnis zum chinesischen TT-Verband hat, dürfte wohl nicht all zu schwer einzuschätzen sein.
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Zitat von Furious Forehand
In Europa wird sicherlich auch sehr vieles falsch gemacht, aber dieser Ansatz, die (krassen) Misstände auf so vielen Ebenen der chinesischen Diktatur ja nicht anzusprechen, ist für mich absolut falsch. Wobei das natürlich sehr ausschweifend ist.
Auf diesen Fall bezogen, gibt es x internationale Presseberichte über Clenbuterol-Kontamination in chinesischem Fleisch, auf die man sich sehr gerne beziehen darf.
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Wie du ja schon selbst schreibst, schweifst du zu sehr aus. Politik sollte man weitestgehend aus dem Sport raushalten. Wieviele sind denn x internationale Presseberichte? Welche Relevanz haben diese? Zudem halte ich es für sehr gewagt alle Europäischen Länder über einen Kamm zu ziehen. Schon hier in Deutschland gibt es trotz vieler Verordnungen viel zu viele Lebensmittelskandale, die offensichtlich nicht in den Griff zu kriegen sind, weil es an Kontrollen fehlt. Die dafür fälligen Strafen, sollte mal wer erwischt werden, sind eher lasch, so dass sie eher nicht nachhaltig greifen.
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Zitat von Furious Forehand
Wenn irgendjemand in China deswegen aufheulen sollte, wäre der richtige Ansatz zweifelsohne eher erstmal, das toxische Clenbuterol zur Tiermast auch im eigenen Land zu verbieten, als sich darüber zu empören, dass man das international nicht so toll findet.
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Wer bläst den augenblicklich mit den Deutschen wegen Clenbuterol in chinesischen Lebensmitteln ins selbe Horn? China ist ein Volk mit ca 1,3 Millarden Einwohnern. In ganz Europa leben ca 700 Millionen Menschen in unterschiedlichsten politischen Systemen und auch mit unterschiedlichen Verordnungen für Lebensmittel. China wird bei der Ernährung der Bevölkerung andere Probleme haben, als ein paar ( im Verhältnis zur Einwohnerzahl) bekannt gewordene Clen-Kontaminationen. Ich halte es für nicht angemessen in dem Fall dermaßen mit den Fingern in Richtung China zu zeigen. Kann mir auch kaum vorstellen, dass das die Chinesen tun...
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Zitat von Furious Forehand
Und zu deinem vergleich bezüglich Regulationen: Wenigstens gibt es diese in Europa. Sicherlich werden sie nicht immer eingehalten, aber das mit einer Situation zu vergleichen, in der es vielmals gar keine gibt ist sehr fragwürdig.
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Sorry, ich finde deine Sichtweise hochnäsig. Europa ist vielschichtig und ich weiss nicht wo du die Erkenntnis hernimmst, dass es überall bessere Lebensmittel als in China gibt.
Du kannst es natürlich gerne so halten, wie es dir Richtig erscheint. Ich kenne keine wirklich belastbaren Zahlen. Was den TT-Sport betrifft, so denke ich, dass die Deutschen Spitzenspieler in China immer gastfreundlich behandelt worden sind und dort auch ein sehr hohes Ansehen genießen. Schon deshalb meine ich, dass ein anderer Umgang mit der noch gar nicht bewiesenen Theorie des Clen-kontaminierten Essens in China angemessener gewesen wäre.
Zudem meine ich immer noch, dass es, wenn es ein so offensichtliches Problem mit Chinesischem Essen gibt, unverständlich ist nicht selbst ein wenig Sorgfallt walten zu lassen. Damit, dass man jetzt auf einmal so tut, das man überhaupt keine Möglichkeit hat, sich davor zu schützen, scheint man es sich ein wenig einfach zu machen. Welcher ausländische Sportler hat sich denn schon mal mit Speisen in China eine positiven Clen-Test eingefangen? Welcher chinesische TT-Spieler ist jemals bei einer internatonalen Veranstaltung positiv auf Clen getestet worden?
Auch aus diesen Gründen hätte ich es auch für weiser gehalten nicht pauschal das chinesische Essen zu verurteilen, sondern ein diplomatischeren Umgang damit für wünschenswert gehalten. Es mag ja durchaus sein, dass DO (und evtl. die gesamte Crew) Pech gehabt hat und dort Clen-konataminiertes Fleisch gegessen hat. Nur kann ich den Sinn nicht erkennen, dass man sich schon jetzt, ohne das es dafür weitere Anhaltspunkte gibt außer der geäußerten Vermutung und dem Verweis darauf, dass ein Clen-Problem in China allgemein bekannt ist , wie ein Elefant im Porzelanladen verhält. Diplomatie ist in den meisten Fällen zielführender.
Wenn ich hier ein Steak essen gehe, weiß ich auch nicht wo das Tier gezüchtet wurde. Die Stichproben, die bei Lebensmitteln gemacht werden, schützen mich im Grunde auch nicht wirklich. Jedes Jahr Berichte zu Pestizid belasteten Gemüse. Mogeleien bei Bioprodukten. Gammelfleisch etc. Das alles bei unzähligen gutgemeinten Verordnungen für grad mal 80 Millionen Einwohner.
Zu guter Letzt gefällt mir der unterschwellige Vorwurf auch nicht, dass ja kein anderes Land so gewissenhaft Dopingtests durchführt wie Deutschland. Entweder tut man das aus Überzeugung und lebt dann damit, dass die daraus resultierenden Ergebnisse so sind wie sie eben sind, oder man lässt es besser bleiben. Sich bei jedem positiv getesteten Deutschen hinzustellen und zu jammern, dass "die Anderen" ja in Wirklichkeit noch viel schlimmer sind nur eben nicht so konsequent testen, ist einfach daneben.