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@philwolters
Also erstmal, Jugendlicher war ich vor ca. 20 Jahren also Anfang der 80er. Da waren die Chinesen noch wesentlich dominanter als sie es jemals wieder waren. Die damals besten Europäer waren Desmond Douglas und Dragutin Surbek und die haben so im Bereich Schneider gegen die Top-Chinesen verloren, also nix mit Identifikation der Schweden.
Zweitens stimme ich mit dir überein, das es gut ist, das gerade Ältere diesen Sport noch betreiben können aber doch nicht in so hohen Klassen. Es kann doch einfach nicht sein, das körperlich völlig untrainierte Spieler Oberliga und höher spielen können. Dadurch bekommt unser Sport ja gerade den Touch von PingPong, genau wie wenn der Vater nach dem Essen mal kurz den Schlips lockert, den obersten Hemdknopf öffnet und dann mit seinem Filius im Hobbyraum ein paar Bällchen überm Tisch hin und herschiebt.
Und überhaupt, was hat das mit Talent, oder wie du sagtest "Händchen" zu tun, wenn man mit 3 Lagen geklebten Schlägern Superraketen über den Tisch zieht? Ganz im Gegenteil, hätte er diese Raketen nicht, müßte er wesentlich plazierter, überraschender und mit wesentlich mehr Taktik spielen. Und die Voraussetzung hierfür wäre einfach mehr körperlich Fitness, denn die Ballwechsel würden unweigerlich länger werden, und genau das würde gerade bei Laien den Eindruck hervorrufen, das hier wirklich Hochleistungssport betrieben wird und das TT kein Auffangbecken für körperlich schwache ist, zumindest nicht in höheren Klassen. So ganz nach dem Motto, wenn's für keine andere Sportart mehr langt, spiel TT, und wenn du dir n vernünftiges Material zulegst und längere Zeit Angaben und dann Torpedo trainierst (der kommt eh nimmer zurück und wenn dann so das der nächste leicht reinzudonnern ist), kannste auch noch bis ins Rentenalter relativ hohe Klassen spielen.
Das beste Beispiel für "Händchen" ist mit Sicherheit J.O. Waldner. Der hatte mit Sicherheit für Weltklasseverhältnisse nicht den allerschnellsten Topspin, dafür aber das Auge und Feeling für Überraschungen und Spielwitz. Und wie ich vorher bereits sagte, der (und auch einige andere) hatte sich auch ohne Frischkleben durchgesetzt.
Und wenn wir nicht bereit sind, diese Entwicklung endlich zu stoppen, dürfen wir uns andererseits nicht darüber beschweren, das TT in der Gunst der Öffentlichkeit immer mehr sinkt und damit einer immer geringer werdenden Professionalität Vorschub leistet, weil es dann immer weniger Sponsoren und damit immer weniger Spieler gibt, die TT professionell betreiben wollen, weil es nichts mehr zu verdienen gibt. Und schon marschieren wir wieder dahin wo wir hergekommen sind, TT als Freizeitsport, also PingPong. Der Weg zeichnet sich bereits ab.
[Editiert von Uwe am 21.01.2001 um 11:15]
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