Zitate aus dem SZ-Bericht:
Zitat 1: "
Über Ovtcharov kann man als neutraler Beobachter vorerst nur sagen, dass er ein Problem hat. Der Positiv-Befund wird ihn Nerven kosten und selbst bei einem Freispruch für immer seine Sportler-Biographie belasten. Sonst? Es wäre leichtfertig, sich dem Plädoyer des Anwalts Lehner anzuschließen, der Ovtcharov "zweifelsfrei unschuldig" nennt. In der Welt des Sports kommt nun mal bisweilen zusammen, was man sich gar nicht richtig vorstellen kann: Warum also nicht auch Tischtennis und Kälbermastmittel? Aber genauso verfrüht wäre es, den Positivtest als Beweis dafür zu werten, dass sich Ovtcharov kaltblütig aus dem Sortiment muskelaufbauender Klassiker bedient."
Volle Zustimmung - genau das ist der derzeitige Spagat.
Zitat 2: "
Es kann also sein, dass der Fall Ovtcharov gar kein Fall Ovtcharov ist, sondern ein Fall, der die Schwächen des aktuellen Dopingsystems zeigt. Wie der zu begegnen wäre? Mit mehr Unabhängigkeit in den Anti-Doping-Strukturen. Und mit scharfen Anti-Doping-Gesetzen."
Soweit so gut. Das ist Okay. Wirklich gut gebrüllt Löwe. Aber auch nur den winzigsten Ansatz/Einstieg, was mehr Unabhängigkeit bedeutet, wie diese durchgesetzt werden soll und wie denn scharfe Anti-Doping-Gesetze nun aussehen sollen - all das läßt der Autor im Nebulösen - vermutlich weil er um dessen Schwierigkeiten weiß.