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Alt 22.01.2001, 15:35
Rahul Nelson Rahul Nelson ist offline
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@ philwolters
Uwe hat nicht „Vorkriegstischtennis” propagiert, sondern erklärt, daß Tischtennis in den achtziger Jahren seiner Ansicht nach attraktiver war. Die Fakten sprechen dabei klar für seine Position: Nicht nur die Zuschauerzahl, sondern auch die Zahl der Aktiven war damals deutlich höher. Und die Medienresonanz – und dies obwohl, anders als hier vermutet wurde, China die absolute Vormachtstellung in der Welt bis zur WM 1989 in Dortmund innehatte.
Du gehörst jener Generation an, die mit dem Frischkleben aufgewachsen ist und anderes Tischtennis nicht kennengelernt hat. Ihr solltet aber wissen, daß all jene, die ihr heute bewundert (und die auch heute kleben) das Spiel zunächst ohne das Frischkleben gelernt haben: ob Waldner und Persson Roßkopf und Saive oder Struse. Sie spielen attraktiv, weil sie auch variieren können. In der Generation, die danach kommt, gibt es leider nur noch wenige, die das gelernt haben.
Auch ich plädiere für die Vielfalt von Materialien, weil ich finde, daß eben durch die vielen unterschiedlichen Wege zum Erfolg Tischtennis so interessant ist. Durch die Entwicklung hin zu immer schnellerem Material hat aber die Vielfalt deutlich gelitten. Ich finde es völlig in Ordnung, daß jemand mit einem guten Aufschlag und aggressivem Nachsetzen Erfolg hat. Nur finde ich es schade, daß immer weniger Leute etwas anderes spielen können. So wird es halt allmählich langweilig.
Dein Verweis aufs Tennis läßt sich leicht kontern: Wußtest Du nicht, wie sehr man sich auch hier um eine Verlangsamung bemüht? Und merkst Du nicht auch, daß Tennis den Gipfel seiner Popularität deutlich überschritten hat?
Ein letzter Hinweis: Frischkleben war bereits einmal für kurze Zeit vom Weltverband verboten. Erst die massiven Drohungen der (heute nicht mehr existenten) Spielergewerkschaft CTTP haben seinerzeit bewirkt, daß das Verbot wieder aufgehoben wurde.

Mit freundlichem Gruß aus der dts-Redaktion
Rahul
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