Zitat:
Zitat von w_W_
Ich habe nicht nachgelesen und wollte schon immer mal wissen:
Welche Vorteile bringt der neue andere Bahnhof in Stuttgart eigentlich
- für Stuttgart?
- für die Region?
-> Um wieviel kürzer wird die Anbinde- Zeit / wie viel Zeiteinsparung bringt der Bahnhof?
-> In Eckernförde hat(te?) man einige Wartezeiten in Kauf zu nehmen,
. . weil die Schranken halt doppelt so oft dicht gemacht werden müssen.
. . Bringt der neue Bahnhof für die anderen Verkehrsnetze / die Anbindung Vorteile?
(in Stuttgart, nicht in Eckernförde)
Wenn die(se) Antworten nicht zur Begründung für den Bahnhof reichen sollte:
Auf welcher Grundlage will man das Projekt überhaupt durchdrücken?
Schließlich wurden schon öfter sehr unsinnige Projekte umgesetzt.
Und es gibt die lobenswerte beispielhafte Vernunftlösung .... ausgerechnet in Bayern,
wo die Magnetschwebebahn zum neuen Flughafen zusammen mit / nach Stoiber entsorgt wurde.
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Als "Einheimischer" kann ich dir zumindest ein paar Antworten geben auf deine Fragen.
Vorteile allgemein durch den Tiefen-Bahnhof sind folgende:
-Die Einfahrzeit/Ausfahrzeit durch "die Schleife" in den Kopfbahnhof entfällt, spart je nachdem, woher die Züge kommen, zwischen 6-11 Minuten für Ein- und Ausfahrt zusammen.
-Die Fahrzeit der Strecke Stuttgart-Wendlingen-Ulm wird sich um einige WENIGE Minuten verkürzen (je nach Zug ca. 10-15 Minuten). Eine Entlastung wird zugegenermaßen beim Albaufstieg eintreten.
-Die großen ARGE´s bekommen mal wieder(die Vergabe an diese Firmen ist in Stuttgart bei Großprojekten üblich) einen Auftrag mehr.
-Der "neue Bahnhof" sorgt vorrübergehend für mehr Arbeitsplätze.
-Weitere Vorteile sind mir nicht bekannt, ohne die von Turboblubb benutzten Phrasen der "Strahlkraft" zu verwenden.
Nachteile sind unter anderem:
-Die offenen Fragen zum Risiko durch die nahegelegen Mineralwasser-Quellen (sowohl was Aufschwemmung, Quellung des Boden sowie Verunreinigung der Quellen an sich betrifft) wurde nie geklärt!
-Die sicherheitsrelevanten Bedenken durch Erabrutschung, Gefährdung der umliegenden Gebäude durch Baumängel werden abgewatscht.
-Dutzende jahrhunderte alte Bäume werden gefällt (Schloßpark).
-Durch die Bauarbeiten wird sich das bestehende Verkehrs-Chaos in der Stuttgarter Innenstadt nochmals verstärken, die Verbindungsstraße B14/B10-B27 könnte kalobieren.
-Nur wenige (in Relation gesehen, siehe ARGE) örtliche Firmen sind von der Vergabe begünstigt oder hängen in Folgeverträgen dran.
-Die Kosten sind jetzt schon deutlich höher (man munkelt von Mehrkosten bis zu 7 Milliarden Euro) als zu Beschlusszeiten.
-Die anderen Verkehrsnetzte profitieren minimal, wenn überhaupt. Wenn man bedenkt, daß Stuttgart die einzige deutsche Großstadt ist, welche nach Norden und Süden jeweils nur über eine (teilweise sogar nur einspurige) Aus- und Zufahrt verfügt und der allgemeine Verkehrs-Kollaps (vergleichbar mit der Straßen-Auslastung von Millionen-Metropolen) an der Tagesordnung ist, gäbe es genügend andere, sinnvolle Ausgaben-Bereiche.
Über die Punkte kann sich jeder selber ein Urteil bilden.
Die Frage, ob der Bahnhof sinnvoll ist, KANN man mit ja beantworten.
Die Frage, ob das ganze Projekt maßlos überteuert ist, MUSS man allerdings mit ja beantworten.