|
AW: Dopingverdacht bei Dima Ovtcharov
Ein bestätigter positiver Befund und damit ein klarer Dopingverstoß liegt vor und muss zur Eröffnung des Verfahrens führen. Die negative Haarprobe kann den Positivbefund nicht "löschen", falls das deine Argumentation sein sollte, insofern gibt es auch keinen Grund, deswegen auf das Verfahren zu verzichten. Bei einer kurzen bewussten Einnahme durch Dima und einer Kontamination des chinesischen Essens wäre/ist die Befundkonstellation bei Dima und den anderen exakt dieselbe - ein weiterer Grund, das im Verfahren zu klären. Aber nein - braucht man ja nicht, denn Dima würde sowas nie machen und hätte ja auch nichts davon, außerdem würde er ja nie seine junge erfolgreiche Karriere aufs Spiel setzen. Das ist natürlich ein schlagendes Argument - ausreichend, um das von den Regeln geforderte Verfahren auszuhebeln.
Das Dopingsystem wird nicht so weiterlaufen wie bisher. In der gleichen Situation befindliche Sportler werden sich auf den Fall Ovtcharov berufen und auf einen Freispruch plädieren. Über kurz oder lang muss das Procedere angepasst werden, das ist ja auch schon so angekündigt worden. Warum allerdings erst nach Ovtcharov, ist mir ein Rätsel. Mit ihm hätte man doch gut beginnen können. Verband gibt Positivbefund weiter und eröffnet das Verfahren, das dann von einer neutralen Institution ohne Interessenskonflikte durchgeführt wird. Das ist noch nicht mal was besonderes, sondern der im NADA-Code geforderte regelhafte Ablauf!
Naja, jetzt gibt es einen schönen Präzedenzfall für:
"Ich habe es nicht absichtlich genommen, es war heimlich im Essen/man hat es mir untergschoben, ich würde sowas nie machen, wäre ja auch schädlich und außerdem steht bei mir viel zu viel auf dem Spiel."
"Okay, bist ein Guter - Freispruch!"
Will man das wirklich? Ich bin dafür, in den sauren Apfel zu beißen, Dima in einem jetzt einzuleitenden Disziplinarverfahren so gut es geht zu entlasten und damit insgesamt glaubwürdig zu bleiben.
Contador ist nach der Argumentationskette des DTTB wegen seiner geringen Clenbuterol-Konzentration gar nicht zu belangen, sonst hätten die anderen Getesteten, bei denen auch Clenbuterol gefunden wurde, jetzt auch erstmal eine provisorische Sperre und mormalerweise ein Disziplinarverfahren am Hals. Die müssten sich dann auch erstmal über eine Haarprobe "reinwaschen", obwohl das meiner Meinung nach sowieso nicht geht.
|