@Kirilenko-Fan
Das wird wohl das beste sein.
Ich glaube,
1. dass die Befundkonstellation auch anders erklärt werden kann, als mit der Fleischtheorie, auch ohne Annahme völlig abwegiger Szenarios - ein Verfahren müsste das klären. Von einem zweifelsfreien Nachweis der Unschuld kann keine Rede sein.
2. es liegt ein gesicherter Verstoß gegen den Doping-Code vor -> ein Disziplinarverfahren muss sowieso eingeleitet werden.
3. Die Wertung der entlastenden Indizien sind nicht Teil des Ergebnismanagements, da dieses bereits einen definitiven Verstoß (egal, ob vorsätzlich oder nicht) ergeben hat (incl. Bestätigung durch B-Probe), dessen Sanktionierung in einem Verfahren geklärt werden müsste. Die Indizien sind bei einem definitiven Verstoß im ausgelösten Verfahren zu benutzen.
4. das beurteilende Gremium war nicht, wie gefordert unparteiisch.
5. in der Entscheidung, ob es zum Verfahren kommen soll oder nicht, unabhängig davon ob diese Entscheidung nicht sowieso regelwidrig war, sind bei der Entscheidung entlastende Indizien stärker gewichtet worden als belastende und/oder sind Indizienkonstellationen entlastend interpretiert worden, wo man auch belastende Momente hätte sehen können.
Mal sehen, wie die Antworten ausfallen.
Zitat:
Zitat von RedStar
Soweit bin ich bei dir.
Das ist nur dann korrekt, wenn diese kurze bewusste Einnahme in einer kleinen, nicht dopingwirksamen Dosis ausgeführt worden wäre. Sonst wäre die Haarprobe ebenfalls positiv.
Imsofern ist der Fall schon arg künstlich konstruiert.
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Genau so könnte es gewesen sein. Versehentliche Einnahme, Unterdosierung bei geplantem Doping usw. Alles doch keine völlig abwegigen Szenarios, vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass in der Vergangenheit schon mehrere TT-Spieler wegen Clenbuterol (in den 90ern?) aufgefallen sind und damit das ganze Argument "Clenbuterol im Körper eines TT-Spielers kann keine Absicht sein" widerlegt ist.
Zitat:
Das Contador wegen geringer Dosis nicht zu belangen ist, ist nun komplett falsch. Du musst akzeptieren, dass eine geringe gefundene Menge nur in Verbindung mit einem negativen Haartest als Argument zählen kann. Denn dieser beweist, dass die geringe gefundene Menge nicht der nachweisbare Rest einer ursprünglich grossen Menge war.
Das die vier anderen deutschen Sportler nun nicht nachträglich Ärger bekommen, hat sicher einen anderen Grund. Da wird sich der DTTB vorher abgesichert haben, bevor diese Proben neu und genauer analysiert wurden. Ohne eine solche Absicherung, dass die passiven Zeugen sich nicht selbst belasten, hätte man das sicher nie gemacht. Das wäre dann halt Pech für Dima gewesen...
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Da stimme ich nicht zu. Laut Argumentation des DTTB haben sich die Konzentrationen der Sportler in einem Bereich unterhalb der Kriterien des sogenannten "Adverse Analytical Finding" befunden, was bedeutet, dass der Sache nicht weiter nachgegangen werden muss. Contador hatte sogar noch eine niedrigere Konzentration als mindestens einer dieser Sportler, für ihn sollte also dasselbe gelten. Von keinem dürfte daher eine Haarprobe gefordert werden dürfen.
Außerdem kann Contador jetzt leicht argumentieren, dass man mit kontaminierter Nahrung wie im Fall Ovtcharow leicht nur durch Verzehr kontaminierter Nahrung auf ein Vielfaches der bei ihm gemessenen Konzentration kommen kann. Ein Vorteil der Urinuntersuchung der anderen Sportler war meiner Meinung nach auch, dass im Fall von ungünstigen Ergebnissen diese einfach nirgends aufgetaucht wären, was in einem Verfahren sicher nicht möglich gewesen wäre.