Zitat:
Zitat von Peter Igel
mal wieder weg von der Verkehrspolitik:
Auch Nikolaus scheint meine Beiträge zu lesen und sich "Anregungen" zu holen:
http://www.bild.de/BILD/news/standar...aus-blome.html
Ob man nun gleich, wie von ihm gefordert, in lautstarken Jubel ausbrechen sollte ob irgendwelcher sich hoffnungsvoll entwickelnder Indikatoren, das sei dahin gestellt.
Aber wenigstens - da spricht Nikolaus mir aus der Seele! - sollte man doch endlich mal das Dauer-Jammern einstellen!
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Wobei ich mich bei solchen Kommentaren wie dem von Herrn Blome immer wieer frage, ob derjeinige wirklich so kurzsichtig ist, oder ob es eben doch gezielte Meinungsmache ist ?
Immer wieder schön zu lesen, dass doch alle zufrieden sein sollen, wenn es denn nur Wirtschaftswachstum gibt. Klar, Wirtschaftwachstum kann ein Indikator dafür sein, dass es einer Gesellschaft insgesamt finanziell besser geht. Kann !!! (mal davon abgesehen, dass man sich auch fragen kann, ob man denn tatsächlich alles monetär ausdrücken soll/kann)
Diese Herrschaften
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...722536,00.html sollten tatsächlich nicht jammern (machen es aber doch auch immer wieder gerne, zumindest wenn sie sich z.B. durch Arbeitgeberverbände oder Lobbyisten vertreten lassen.
Aber die bloße Zahl des BIP hat doch nun wirklich nicht zwingend damit zu tun, wie hoch die sogenannte Wohlfahrt einer gesamten Bevölkerung ist. Wenn Sepp Kraxlhuber im tiefsten Allgäu eine Million von seiner argentinischen Tante erbt, und das Geld schleunigst in der Schweiz "in Sicherheit bringt", haben da wirklich alle etwas davon ?
Klar, es gibt Ansätze, die einfach sagen, BIP = Wohlfahrt (Zustand) einer Ökonomie. Andere ganz interessante Ansätze sind aber auch, dass man nur das am schlechtesten gestellte Individuum einer Gesellschaft betrachten muss, um ihre Wohlfahrt abzubilden.
Oder man macht sich mal Gedanken, wie viel zusätzlicher Nutzen jeder zusätzliche Euro z.B. den "Reichen" bringt, und dem mal gegenüberstellt, wieviel zusätzlichen Nutzen dieser Euro jemandem am anderen Ende der Leiter bringen kann.
Zu dem Punkt, es sei typisch deutsch, immer an der jeweiligen Regierung rumzumäkeln, während die Opposition es immer leichter habe: Sehe ich insofern ähnlich, dass ich es zwar nicht als typisch deutsch empfinde, aber als grundsätzlich menschlich.
Die Unzufriedenen sind zum einen immer lauter vernehmlich als die zufriedenen, vor allem in unserer medialen Gesellschaft.
Auch wenn es paradox klingt, zeugt das meiner Meinung nach sogar von einer positiven Grundeinstelltung, die Gott sei Dank anscheinend immer noch vorhanden ist. Nämlich, dass die Menschen immer noch gewisse Hoffnungen an die Politik knüpfen. Wenn eine Gesellschaft nicht mehr glaubt oder hofft, dass die Opposition etwas besser machen könnte, dann sähe es wohl ziemlich trostlos aus ...