Zitat:
Original geschrieben von klugscheisser
Das ist unbestritten! Denn der Spieß hat zwei Seiten: Viele Vereine sind nicht bereit, Geld, Arbeit und Herzblut in die Jugendarbeit zu stecken, weil es einfacher und billiger ist, fertige, erwachsene Spieler zu finden.
Ich behaupte mal, es ist auch billiger sich Talente aus der Umgebung abzugraben als absolute Basisarbeit zu leisten.
Meistens sind diese schon auf dem "Rückweg" ihrer Karriere. Und diese Vereine, die dir noch stolz vorrechnen, mit wie wenig Geld sie ihren Spielbetrieb finanzieren, dürfen sich dann nicht wundern, wenn Ausnahmespieler schon mit 10 Jahren wechseln, weil sie nicht "artgerecht" (ironisch gemeint) gehalten werden.
Diese Vereine haben es auch nicht anders verdient. Andererseits werden natürlich auch einige Vereine in ihrer Jugendarbeit ausgebremst, wenn man ihnen die Talente frühzeitig wegholt.
Gute Jugendarbeit bringt nicht nur "Ruhm und Ehre" sondern kostet in erster Linie sehr, sehr viel Geld. Geld, das niemals zurückfließt.
Wem sagst du das? Es fließt zumindest nicht in Baren zurück.
Die Leistungsförderung in Hessen beginnt nun mal nicht mit 13, 14, sondern mit 8, 9 Jahren. Das hat seine guten Gründe, darüber können wir gerne getrennt diskutieren. Wenn aber ein kleiner Verein nicht die Möglichkeit hat, einen starken 9jährigen zur Not auch regelmäßig ins LZ zu fahren, die Kaderkosten und die Lehrgangsgebühren zu übernehmen (da kommen schon ein paar hundert € im Jahr zusammen), dann sollte man im Interesse des Kindes den Wechsel zu einem Verein nicht negativ, sondern positiv sehen. Für den eigenen Verein bleiben dann sicher noch genüg übrig. Und mit dem Geld, das ein Kaderspieler kostet, kannst du bequem 10 "normale" Kinder fördern.
Wenn man diese Punkte (Kadergebühren, Fahrten usw.) ehrlich miteinander bespricht und dem "alten" Verein klarmacht, dass dem Jugendlichen eben seine sportlichen Ambitionen in diesem Verein nicht ausreichen und der Verein nichts daran ändert, wird vermutlich kein vernünftiger Mensch etwas dagegen sagen.
Mein Problem sind diejenigen, die von außen an die Kinder und ihre Eltern herantreten und ihnen Flausen in den Kopf setzen. Ihnen erzählt wie mies ihr alter Verein sei (obwohl der eben erst seit einiger Zeit Jugendarbeit macht und nur daher noch nicht so große Erfolge hatte), dass man dort nie und nimmer eine Perspektive habe weil Person X nix von jungen Spielern halte usw.
Passend hierzu war der Leserbrief des Sportskameraden Höhl in einem Plopp. Ich glaub er hieß irgendwie: "Schuster bleib bei deinen Leisten".
Das Ziel müsste also heissen: jeder Verein soll im Rahmen seiner Möglichkeiten seine Jugendarbeit so wichtig nehmen, dass auch überdurchschnittlich gute Spieler ein gedeihliches Umfeld haben. Dann werden sie nicht mehr mit 9, sondern vielleicht mit 13, 14 Jahren wechseln, wenn es denn überhaupt noch notwendig ist.
Darauf kann man sich nicht nur einigen, dass ist sogar das Ziel meiner kürzlich bescheiden begonnenen Funktionärslaufbahn. Abgesehen davon, die Kinder früher ans TT zu führen...
Außerdem wird bei weitem nicht jeder Wechsel von einem Verein angestoßen. Die Top-20 jeder ALterstufe treffen sich permanent bei Jahrgangsmeisterschaften, Ranglisten, bei Lehrgängen, in Leistungszentren usw. und tauschen dabei ihre Kenntnisse über Vereine, Trainer usw. aus. Zwischen ihnen bilden sich viele Freundschaften, mehr als man bei dem Konkurrenzbetrieb glauben sollte. Oft geht dann von den Kindern selbst der Wunsch aus, zu einem anderen Verein zu wechseln, weil dort auch der Freund spielt, mit dem man doch so gut Doppel spielen kann, manchmal auch nur Magic-Karten tauschen.
Das ist auf fast allen Ebenen, ob jetzt HTTV, Bezirks, oder Kreis-Kader so und das ist auch gut so!
Wer das mal live erleben möchte, dem kann ich den Besuch des "Tag der HTTV-Schüler" empfehlen, wo neben der sportlichen Konkurrenz eine unglaublich freundschaftliche Atmosphäre zischen den Kindern und zwischen den Betreuern herrscht.
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Leider bin ich dieses Jahr verhindert. Bei dieser Veranstaltung sehen wir uns also im Jahr darauf! Aber es gibt ja noch jede Menge anderer Events...
@fresh-clue:
Dorchheim ist natürlich sehr positiv. Allerdings haben die doch auch vor den jungen Buben schon VL gespielt. Dennoch ein starkes Stück! Ich durfte mich auch mit ihnen messen und es macht Spaß gegen so sympathische Kontrahenten.
Wallau im MTK hat etwas ähnliches geschafft. Zum größten Teil mit eigenen Jugendlichen ist man innerhalb weniger Jahre aus der 1.KK bis in die BOL aufgestiegen.
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