Zitat:
Zitat von Waterhouse
Genau andersrum wird ein Schuh draus. Bei jedem Steuerzahler wird das zu versteuernde Einkommen um 7008 Euro je Kind gesenkt. Dieser Teil des Einkommens unterliegt damit - zurecht - nicht der Steuer.
Bei wem das weniger als 2208 Euro ausmacht, der wird mit der Differenz subventioniert (nennt sich Familienförderung). Die anderen bekommen lediglich zuviel bezahlte Steuern raus, also zurück.
Das ist Kohle, die sie dem Staat vorher geliehen haben.
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So kannst Du allenfalls argumentieren, wenn es um tatsächliche Ausgaben geht, wie in Deinem Beispiel der Werbungskosten. Wobei selbst hier für mich die Gerechtigkeit auf der Strecke bleibt.
Die Kosten für einen gefahrenen Kilometer sind für den Geringverdiener genauso hoch wie für den Big Boss. Die Einkommen der beiden nicht unbedingt. Jetzt bekommt ausgerechnet der, der mehr hat, auch noch mehr Subvention als der dem es wirklich weh tut. Im Extremfall kann der seine kosten nicht mal absetzen, weil er keine Steuern zahlt. Natürlich kannst Du sagen, der Gutverdiener hat ja auch mehr Steuern bezahlt, das Argument klingt schon logisch. Das Ergebnis ist aber eben ganz einfach nicht mehr im Sinne des Erfinders.
Ziel ist doch, Belastungen, die zur Erzielung des Einkommens notwendig sind, abzufedern, also zu subventionieren. Wieviel Steuern einer zahlt hat für mich damit nix zu tun, denn die Steuersätze sind ja absichtlich so, dass starke Schultern mehr tragen sollen als schwache. Mit solchen Absetzungsmöglichkeiten rechnet man Einkommen klein, die in Wirklichkeit gar nicht klein sind. Es profitieren die Starken mehr als die Schwachen.
Warum werden nicht einfach Steuern in voller Höhe kassiert und alle gewollten Förderungen dann in Form von Pauschalen oder einkommensabhängigen Beträgen überwiesen ?
Kindergeld in gleicher Höhe für alle, egal ob Hart-4-bezieher oder Vostandsvorsitzender eines Konzerns.
Kilometerpauschale für alle gleich, egal ob das Einkommen so klein ist, dass man gar keine Steuern zahlt oder so groß, dass man die Peanuts gar nicht merkt.
Elterngeld ist da eine Sache für sich, über diese Art der Vermehrungsmotivation müsste man wohl grundsätzlich nachdenken und sich eher fragen, was die Adressaten davon abhält Kinder in die Welt zu setzen.