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Alt 04.11.2010, 10:18
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AW: bayernweite rangliste ab 2010/2011

So einigermaßen habe ich in Mathe in der Schule aufgepasst (hoffe ich doch ). Wenn ich das richtig verstehe, kann man durchaus nachvollziehen, dass sich die Werte "irgendwann" aussagekräftig einpendeln.

Auch jetzt dürften in der Regel bereits unter Berücksichtigung der 5 Spielzeiten auf jeden Fall innerhalb der Mannschaften und Vereine realistisch die aktuellen (eben nicht die durchschnittliche vergangenener Jahre! - Schnee von gestern ...) Spielstärken widergespiegelt werden. Die jetzt jaulen, haben meist vorher abweichend von der tatsächlichen Spielstärke aufgestellt, aus welchen Gründen auch immer. Manche aus nachvollziehbaren Gründen, manche aber auch aus wettbewerbsverzerrenden Gründen. Oder halt das System einfach nicht verstanden - oder wollen es nicht verstehen, evtl. aus den gleichen Gründen, die zur Wettbewerbsverrzerrung geführt haben.

Und das System lässt ja zu, dass bei begründeten Fällen Ausnahmen gemacht werden. Wettbewerbsverzerrung dürfte allerdings kein begründeter Fall sein.

Die Frage ist aber meines Erachtens nur, wann es sich auch zwischen den Vereinen, Kreisen, Bezirken, Ländern einpendelt. Desto mehr Spiele, umso schneller. Verständlich. Aber um eine Vergleichbarkeit herbeizuführen, müssen eben auch viele Spiele stattfinden ohne den konkreten Liga-Bezug, der durch die ursprüngliche Initialisierung immer noch eine Rolle spielt. Mal mehr, mal weniger. Je nachdem, wieviele Spiele nachher gemacht wurden und insb. außerhalb der urspünglichen Liga.

Ansonsten ist es mehr oder minder eine "Liga-Inzucht" - wenn alle Spieler einer Liga immer zusammen bleiben und keine Turniere spielen, verändert sich der gesamte Durchschnittswert überhaupt nicht (auch angenommen, dass keine jungen Spieler dabei sind). Damit können die Top-Leute der Liga relativ hohe Ratings erzielen, ohne dass ein konkreter Vergleich mit anderen Ligen stattfindet. Und durchschnittliche Spieler kreisen immer irgendwo um ein gewisses Rating herum, in der Nähe des ursprünglichen Ratings.

Ligaübergreifende Spiele sind doch nur dann gegeben, wenn

1) jemand in einer höheren Liga Ersatz spielt oder
2) bei Pokalspielen oder
3) bei Teilnahme an Turnieren

zu 1) Das schwankt sehr stark von Liga zu Liga, und maßgeblich sind natürlich auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Ligen. Bei einem groben Überblick würde ich davon ausgehen, dass in der Regel in höheren Ligen weniger mit Ersatz gespielt wird als in niedrigen.

zu 2) Meist nur wenige Spiele, und dann ja auch nur innerhalb des Verbandes, Bezirkes, Kreises. Und es spielen ja auch nicht alle mit und nur Teile einer Mannschaft.

zu 3) Man muss sich doch nur die Beteiligungen an den Turnieren anschauen. Meist sind es die gleichen, die an ein paar Turnieren im Jahr teilnehmen. Die große Masse der Leute spielt aber keinerlei Turniere. So zumindest meine eigenen Erfahrungen - am Wochenende will man seine Ruhe nach dem anstrengenden Spiel vom Freitag und den Rollator ins Eck stellen - die meisten Turniere spielen wohl eher die jungen Wilden oder die Herren im fortgeschritteren Alter.

Wenn an einer Kreismeisterschaft 10% der Registrierten teilnehmen sind das schon viel. Gleiches dürfte für die BEM gelten.

Das System an sich ist grundsätzlich sehr gut und durchaus aussagekräftig. Hat sich auch beim Schach bewährt - und die können meist besser rechnen ...

Jedes System hat Schwächen. Sie erkennen und versuchen, zu beseitigen, ist der sinnvollste Weg. Und nicht, irgendwelche Brandreden zu schwingen, sondern sachlich und neutral die Schwachstellen aufzeigen und an der Beseitigung aktiv mitwirken.

Und mit die größte Schwäche ist der Zeitpunkt, ab dem die TTR-Werte für Ranglisten und auch Turnier-Einstufungen gelten sollen. Zur Rückrunde, wo keine Sperrvermerke zulässig sind laut WO, und als "Sahnehäubchen" wenn noch nicht mal alle Spiele der Vorrunde abgeschlossen sind (bei den meisten Spielern gehen doch nur genau diese Mannschaftspiele in die Wertungen ein!), und noch während laufenden Qualifikationen zu weiterführenden Turnieren.

Das ist aber keine Schwäche des Systems der Berrechnung, sondern desjenigen, der den Zeitpunkt der Einführung bzw. Verbindlichkeit so beschlossen hat ... damit steigert man ("an der Basis" wie es so schön in der Politik heißt) nicht die Akzeptanz des an sich sicher guten und sinnvollen Systems.

Geändert von nbc (04.11.2010 um 10:34 Uhr)
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