Zitat:
Zitat von Fozzi
Ich persönlich kann keinen Unterschied erkennen, ob das obere Ende keine Steuern auf Zinserträge in der Schweiz bezahlt oder das untere Ende bei Sozialbezügen "nebenbei" schwarz auf dem Bau hilft.
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Ehrlich nicht?
Das ist vielleicht die Krux und der grundlegend andere Standpunkt.
Volkswirtschaftlich theoretisch magst du recht haben, und du befindest dich damit mittem im heutigen mainstream, den Jaskula anprangert.
Wenn man sich aber mal die Akteure, die Leute, die da handeln, anguckt, gibt's doch schon gravierende Unterschiede, oder? (wobei du ja hier auch mit den bescheißenden Hartzlern bewußt(?) nicht das unterste Ende wählst).
Die Motivation ist nämlich m.E. eine andere, und die Art der 'Aktivität' wohl auch.
Und während es im einen Fall angesagt ist, die Motivationsgrundlage für Schwarzarbeit bspw. aufzulösen (und dazu gehört ausdrücklich nicht (nur) die Erhöhung von Transferleistungen), reicht im anderen Falle 'ne konsequente (Straf-)Verfolgung.
Im weiteren Verlauf sprichst du von Konsens. Das ist ein großes Wort.
Konsens bedeutet aber nicht 'Klappe halten', sondern ist eine nach Abwägung aller bekannten Argumente erzielte Übereinkunft zum Wohle Aller. Argumente könne da durchaus auch mal laut vorgetragen werden.
Aber genau der Konsens ist keineswegs Ziel von Politik und Wirtschaft; aushaltbarer Dissens ist Maßstab politischen Handelns.
Was kann ich wem gerade noch zumuten, die Frage zu beantworten gilt als politischer Königsweg, und dabei wird nicht und niemals auf tatsächliche, objektive Lebensumstände und Bedürfnisse von Menschen (die zu ermitteln natürlich auch immens schwer ist) eingegangen, sondern das relative Gewicht politischer, wirtschaftlicher und sonstwie lobbyistischer Gruppen und Verbände.
Und solange 'die Atomindustrie', oder auch allgemein 'die Wirtschaft' (was für ein Scheiß) als Chimäre pseudopersonal laut und gewichtig ihre vorgeblichen Ansprüche artikuliert, letztlich aber bspw. nicht mal Dieter Hundt persönlich weiß, wen oder was er genau meint, wenn er sagt: 'die 'Wirtschaft' braucht mehr Freiräume', solange lassen sich natürlich Interessen einzelner oder kleiner Bevölkerungsgruppen als marginal und dem großen Ganzen hinderlich abtun. .
(nur für Dich, Dirki...:-).
Und wenn's dann laut wird, wundert sich die Politik und verweist auf demokratisch legitime Prozesse, die aber nur zu oft an der Lebenswirklichkeit großer Teile der Bevölkerung komplett vorbei gehen.
Und, darin stimme ich (wen überrraschts

) mal wieder mit Jaskula überein: dass wir wieder auf eine Zeit des politischen Widerstands hinzusteuern scheinen, ist hausgemacht. Man hat sich einfach zu viel rausgenommen.