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Ein kurzes praktisches Beispiel, warum es sehr wohl wichtig ist, daß der Rest der Mannschaft besser über die Homosexualität eines Temkollegen Bescheid weiß:
Szene aus einem Meisterschaftsspiel: Spieler A hat ein Match, spielt aber sehr zaghaft und unentschlossen. Ihm platzt der Kragen und er brüllt ( sinngemäß ): " Du spielst wie ein Schwuler!"
Spieler B derselben Mannschaft ( der schwul ist, was aber keiner wußte ) verläßt daraufhin wutentbrannt die Halle.
Spieler A ist kein Schwulenhasser o. ä., es handelte sich um einen dummen Spruch im Affekt, der ihm, als es die wahre Sachlage erfuhr, schrecklich leid tat.
Ich will jetzt nicht über Sinn und Unsinn solcher Äußrungen wie der obigen reden. Abgewöhnen sollte man sich sowas auf jeden Fall. Fest steht aber, daß viele Spieler im Affekt solche oder ähnliche Sprüche ablassen. Wenn man als Schwuler sensibel auf Sprüche über seine Sexualität ( gerade, wenn sie von Heteros kommen ) reagiert ( ist bei nicht wenigen der Fall, da damit oft Erlebnisse aus der Kindheit bzw. Zwistigkeiten mit der Familie etc. verbunden sind ), sollte man seine Teamkollegen schon darauf ansprechen. Ein klärendes initiatives Wort von Seiten der neuen Mannschaft ist sicherlich auch nicht verkehrt, wenn sie Bescheid wissen. Viele Homosexuelle Spieler outen sich nicht, weil sie nicht wissen, wie die Akzeptanz im Verein sein wird. Sie haben Angst. Deswegen ist ein kurzer Satz im Stile von: "Wir wissen Bescheid und es ist uns egal" o. ä einfach sinnvoll. Daß dieser Satz eigentlich überflüssig weil selsbtverständlich sein müßte, braucht man mir nicht zu sagen, aber ich weiß halt auch, daß es oft nicht so ist.
In Köln gibt es bekanntlich den mit Abstand höchsten homosexuellen Bevölkerungsanteil. Die Schwulen, die ich kenne, spielen aber trotzdem in eigenen - rein homosexuellen - Sportvereinen. Ich glaube, das liegt hauptsächlich daran, daß sie dort nicht so wegen ihrer Sexualität belästigt werden bzw. der Umgang mit Hohmosexualität ganz anders - nämlich "normal" - ist. Und genau diesen "normalen" Umgang sollten wir Heteros uns auch angewöhnen, dann gingen viele Dinge sehr viel leichter. Ach ja: "normal" heißt nicht, daß dort jeden Abend unter der Dusche eine Orgie steigt. Die Schwulen verhalten sich untereinander genauso wie wir Heteros. Man sollte es halt nur wissen, um sich solche Situationen zu ersparen - im Regelfall setzt man ja bei Fremden ( immer noch ) voraus, daß sie heterosexuell sind.
Wie gesagt: Es geht nur darum, Probleme zu vermeiden. Daß es sicher besser wäre, Schwule gar nicht erst mit Sprüchen wie dem obigen anzumachen, brauche ich wohl nicht zu sagen.
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