Immer dieses Schubladen-Denken.
Ich weiss gar nicht, ob ich Links- oder Rechtshänder bin.
Im zarten Alter von 4 Jahren spielte ich mit einem Plastik-Tennisschläger und einem Schaumstoffball Tennis. Der damaliger Gegner, unser Garagentor.
Da ich in besagtem Alter noch nicht wissen konnte, dass es neben einer Vorhand auch eine Rückhand gibt, konnte man mich munter dabei beobachten, wie ich den Schläger von einer zur anderen Hand warf, um beidseitig VH zu spielen. Als meine Mutter dieses erblickte kam sie raus und hat mir die RH erklärt, worauf ich den Schläger doch bitte nur in eine Hand nehmen solle.
Ich entschied mich für die linke Hand, meine Mutter meinte noch kurz "Nimm ihn doch lieber in die andere ..." und brach dann ab mit den Worten "ach, ist ja auch egal".
Seit diesem Tage würde mich jeder, der mich beim Tischtennis sieht als Linkshänder bezeichnen.
Beim Fußball-Training mit 6 Jahren konnte ich dann wiederum nicht entscheiden, mit welchem Fuß ich gegen den Ball treten sollte, da es dort keine RH gab, bin ich auch hier heutzutage noch beidfüßig.
In der Schule hingegen schrieben alle mit rechts, daher passte man sich an, als ich in der 6. Klasse jedoch einen gebrochenen Arm hatte, musste ich für eine Klausur auf die linke Hand ausweichen. Hier war man dann zwar langsamer (mangelndes Training), was aber dazu führte, dass man seine Sätze mit sehr viel mehr Überlegung geschrieben hat.
Ich könnte noch etliche derartige Stories aufzählen, als Ergebnis kann ich stets festhalten, dass die Händigkeit nur auf persönliche Erfahrungen beruht.
Btw.: Demnach wäre ich auch ein "ambidextrer Mensch", mein Handgelenkseinsatz ist aber alles andere als steif.