Ich denke, man muss zwei Fälle unterscheiden:
1. EDV/IT/PC oder wie immer man es nennen mag als Unterrichtsgegenstand
Interessant ist das, was dahinter steht, sicherlich für viele, vergleichbar mit dem Interesse am Funktionieren eines Autos, eines Kraftwerks oder eines Raumschiffs.
Brauchen tun’s nur wenige, also insgesamt ein Fall für entsprechende Fachrichtungen oder Berufsschulen.
Brauchen in diesem Sinn ist natürlich nicht die bereits erwähnt „Office-Anwenderschulung“. Wer’s wirklich als Anwender benötigt, lernt es auch ohne Schule, genau so wie die Bedienung eines Handys. Selbst wenn man – was meiner Meinung nach nicht zutrifft – von einer überragenden Bedeutung des PC im heutigen Berufsleben ausgeht, nutzt eine schulische Ausbildung da wenig, weil sich bis zur konkreten Anwendung im Beruf Hard- und Software schon dreimal geändert haben (im Gegensatz bspw. zu den früher gebräuchlichen Schreibmaschinen

).
2. EDV/IT/PC oder wie immer man es nennen mag als didaktische Hilfsmittel
Äußerste Skepsis. Wenn heute schon Grundschüler oder gar Kindergartenkinder mit PCs traktiert werden, ist das nur noch irre und ein Armutszeugnis für jedwede Pädagogik. Auch in der Mittelstufe wird der PC überwiegend dazu missbraucht, um den Unterricht vermeintlich interessanter zu gestalten, ohne dass ein schlüssiges Konzept dahinter steht. Das läuft dann so ab: Thema der Hausarbeit: „Die Juden in A-Stadt von 1933 – 1945.“ „Papa, ich brauch’ deinen PC“ „Wieso“ „Muss ins Internet wegen einer Hausarbeit.“ „Was machen die Kinder ohne PC?“ „Hm, die haben ein Problem.“ Der Arbeitseinsatz am PC besteht dann darin, die entsprechenden Stichwörter in Google einzugeben, die Fundstücke ein bisschen aufzubereiten (hauptsächlich layout-mäßig) und das Ganze dann nett zu präsentieren. Wenn’s gut läuft, werden die Quellen noch genannt. Bestenfalls hat das Kind gelernt, eine ansprechende Präsentation zu erstellen, mit dem Thema intensiv auseinander gesetzt hat es sich deswegen in aller Regel aber nicht.
Als Werkzeug – neben anderen (!) – kommt der PC nur in der Oberstufe bei entsprechenden Aufgabestellungen (!) in Betracht. Selbst die Funktion als bessere Schreibmaschine sehe ich kritisch. Natürlich soll kein Student seine Semesterarbeit als Handschrift erstellen, es schadet jedoch keinem Schüler, wenn er eine Arbeit einmal von Hand schreibt. Das zwingt zu einer zumindest leidlich lesbaren Handschrift, übt nebenbei Rechtschreibung, Grammatik und Zeichentrennung und erfordert gewisse Überlegungen,
bevor man ans Werk geht, schließlich kann man das - vermeintliche – Endergebnis nicht beliebig oft ausdrucken.