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Alt 11.01.2011, 19:08
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AW: Thesen von H.W. Gäb

Ich fand die Ansätze im Artikel von Herr Gäb ja durchaus interessant und diskussionswürdig, andererseits verneine ich den Gedanken, daß Tischtennis mit all den (bereits durchgeführten und angedachten) Regeländerungen fernsehtauglicher wird.
Man kann sich darüber sowieso streiten, ob Tischtennis als "Massen-Sportart" taugt und somit im Fokus der Berichterstattung stehen kann. Wie man am Beispiel Skispringen seinerzeit gesehen hat, ist das nicht das entscheidende Kriterium um Fernsehzeiten zu bekommen.
Damit meine ich:
Tischtennis müsste erstmal flächendeckend die Anerkennung als Hochleistungs-Sport erhalten, welche dieser Sport eigentlich verdient.
Die Kamera-Perspektiven bei bestehenden Übertragungen sind das größte Übel (hier hat Herr Gäb zweifellos Recht), viel zu wenig von der Dynamik dieses Spiels kommt am Bildschirm rüber.
Der Sport Tischtennis müsste mit all seinen Facetten (Tempo, Effet, Platzierung, Athletik etc.) erklärt werden von fachkundigen Kommentatoren (ich erinnere mich an den damaligen Co-Kommentator Peter Stellwag -), welche diese Anforderungen verständlich darlegen können. Hierzu könnte man auch durchaus Aufschlag-Training der Chinesen oder Aufschläge von Timo gegen einen "Hobby-Spieler" zeigen, um den Effet zu verdeutlichen (Trailer von vielleicht 20-30 Sekunden vor jeder Übertragung).
Wenn man das schafft, wäre Tischtennis vielleicht auch bei der Jugend "in" und "cool". Höher, schneller, weiter - die Voraussetzungen sind in unserem Sport doch gegeben.
Die schnellste Rückschlag-Sportart der Welt - DAS muss man bewerben! NICHT, daß man 5-6 verschiedene Regeländerungen eingeführt hat, um a) fernsehtauglich b)besonders anständig oder c)meinetwegen umweltfreundlich zu sein....Sorry, aber diese Vorschläge, die teilweise auch in Kreisen der ITTF kursieren, sind, mit Verlaub, schwachsinnig.
UND ganz wichtig: Die Erfolge müssen stimmen -Timo müsste schon fast übermenschliches leisten (WM-Titel, Olympia-Medaille....), um in der Öffentlichkeit und vor allem von den öffentlich Rechtlichen wahrgenommen zu werden.
Muss man ein Spiel auf Teufel komm raus verändern, um vielleicht zwei oder fünf Stunden mehr im Jahr auf Sendung zu sein (mehr werden es, wenn nichts ausergewöhnliches passiert, nämlich eh nicht)? NEIN, ich für meinen Teil praktiziere lieber eine Individual-Sportart, die mir Spaß macht, wie sie besteht. Tischtennis hat sich schon genug verändert, irgendwann geht der Charakter des Spiels verloren.
ABER: Ich habe mich damit abgefunden, daß Tischtennis selten im TV kommt.
Denn das Marketing im Tischtennis-Bereich (Asien vielleicht mal ausgenommen) ist durchweg grauenhaft.
Oder wie Rainer Ihle mal sagte: Das Produkt (Tischtennis) ist top, aber die Verpackung stimmt nicht.
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