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Alt 19.08.2003, 09:39
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Bundesligastart in Baden-Württemberg

Artikel aus den Stuttgarter Nachrichten vom 19.8.2003

Tischtennis-Bundesliga: SV Plüderhausen fiebert Saisonstart mit Waldner entgegen
"Das Remstal steht Kopf"

Stuttgart - Am kommenden Freitag (19.30 Uhr) startet die Tischtennis-Bundesliga in ihre neue Saison. Die Blicke gehen ins Remstal: Der SV Plüderhausen empfängt mit seinem Weltstar Jan-Ove Waldner die SIG Jülich/Hoengen. Für den TTC Frickenhausen beginnt die Runde erst am 7. September.

VON JÜRGEN FREY

Ulrich Engele klebt in dieser Woche der Hörer am Ohr. Die Medien informieren sich beim Plüderhausener Sportkoordinator über die aktuelle Lage des Teams. Fans fragen nach Karten. 800 Zuschauer werden in der Hohberg-Sporthalle erwartet. "Einen solchen Rummel gab es noch nie", sagt Engele, "das ganze Remstal steht Kopf." Der Auslöser für den Boom hat einen Namen: Jan-Ove Waldner, der Mozart des Tischtennis. In seinen Glanzzeiten gewann er alles, was es zu gewinnen gab: Er holte den Olympiasieg 1992, den WM-Titel 1997 sogar ohne einen Satzverlust. Und jetzt also auf die alten Tage Plüderhausen. Das klingt wie Ronaldo nach Rostock. Wie so etwas möglich ist? Den ersten Kontakt stellte Ausrüster Donic her. Dann sagte der neue SVP-Hauptsponsor Weru seine Unterstützung zu. Und schließlich erklärte sich Waldner bereit, einen stark leistungsbezogenen Vertrag zu unterschreiben. "Ein Glücksfall für uns", jubelt Engele, "Jan-Ove ist die große Zugnummer der Liga. Mit ihm sind wir das mit Abstand attraktivste Bundesligateam."

Bleibt die Frage: Wie fit ist Waldner? Bei der WM im Frühjahr in Paris blamierte er sich in der ersten Runde gegen einen unbekannten Griechen. Engele weiß warum: "Waldner war unbeweglich, da er erst zwei Wochen im Training stand." Zuvor hatte der 37-jährige Junggeselle wegen eines Fußbruchs acht Monate lang pausieren müssen. Kurios: Das Malheur passierte ihm in einer Bar in Schweden auf dem Weg zum WC.

Im Gegensatz zu Waldner werden zwei andere Plüderhausener Neuzugänge nicht bei allen Spielen an der Platte stehen. Koji Matsushita spielt hauptsächlich die hoch dotierte japanische Turnierserie Super Circuit. Der Chinese Wang Tao ist Militärgeneral, spielt für einen Armeeclub in Peking. "Ob die beiden zwei, drei oder vier Spiele für uns machen, ist unsicher", sagt Engele.

TTC Frickenhausen gibt sich bescheiden

Der württembergische Rivale gibt sich in dieser Saison eher bescheiden. "Platz vier oder fünf ist unser Ziel", sagt Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann. "Wir mussten Abstriche machen und befinden uns in einer Konsolidierungsphase." Neben dem Koreaner Lee Chul Seung ist der prominenteste Frickenhausener Neuzugang der Manager: Christoph Reuhl (Vertrag bis 2007) soll den Club mittelfristig zum lang ersehnten Titel führen. Der Marketingexperte vermarktet nebenbei die Weltmeister Ricco Gross (Biathlon) und Hannah Stockbauer (Schwimmen). Tischtennis aber ist die große Leidenschaft des 35-Jährigen, der vor kurzem nach Beuren umgezogen ist. Und Reuhl stellt auch klar: "Ich bin bestimmt nicht hierhergekommen, um Zweiter zu werden."
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