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Die bayerische Regelung, den 40mm-Ball erst ab Oberliga sowie im Einzelspielbetrieb auf Verbandsebene (ab 1.9.2000, ohne Senioren) einzuführen, ist nach meiner Meinung für einen Großteil der leistungsorientierten Nachwuchssportler von Nachteil. Die Frage sei erlaubt, ob hier nicht gar der Tatbestand einer Wettbewerbsverzerrung einschlägig ist.
Diese Meinung begründe ich damit, dass in Bayern im Nachwuchsbereich viele Ranglistenspieler/innen, sogar auch Kaderspieler/innen, die in der Jugend-Bayernliga oder bei den Herren und Damen in der Landesliga/Bayernliga bei Verbandsspielen mit dem kleinen Ball spielen müssen, während dagegen bei Verbandsranglistenturnieren, bei Verbandslehrgängen, in Verbandsstützpunkten und im Tischtennisleistungszentrum nur der große Ball im Einsatz ist. Dies erscheint pädagogisch wenig sinnvoll. Wettkämpfe sollen ja gerade dazu dienen, das zuvor im Training und auf Lehrgängen Erlernte auch in die Praxis umzusetzen. Nur durch ständige und gleichmäßige Übung kann sich eine Technik verstetigen. Wie soll ein junger Spieler binnen Zehntelsekunden entscheiden, jetzt spiele ich mit dem kleinen Ball, also muß ich die Schlägerhaltung, die Ausholbewegung, den Schnitt usw. verändern. Die ständige Umstellung kann deshalb wohl einer Weiterentwicklung von jungen Nachwuchstalenten wenig förderlich sein und sich je nach Spielertyp äußerst frustrierend auswirken, wenn bei Verbandsspielen die Fehlerquote bei Aufschlag, Vorhand- oder Rückhandtopspin rapide ansteigt. Als Vater zweier Tischtennis spielender Kinder, die in der lfd. Süddeutschen Rangliste der Schüler/innen A den 4. bzw. 9. Platz belegten, weiß ich inzwischen aus eigener Erfahrung, wie demoralisierend sich die unterschiedliche Handhabung auswirken kann. Dass die Betroffenen gegenüber den Spielern/Spielerinnen, die sowohl im Training als auch bei den Verbandsspielen mit dem großen Ball spielen können, im Nachteil sind, dürfte wohl niemand bestreiten. Auch bei vielen Vereinen ist es im Vereinstraining üblich und erstrebenswert, dass die jungen Spieler mit höherklassigen Spielern trainieren und den Sprung in obere Ligen schaffen wollen. Es ist deshalb für mich nicht nachzuvollziehen, dass der BTTV die Grenze zum Leistungssport schon ab der Oberliga zieht. Die vom DTTB empfohlene Regelung, bis zur 6. Liga mit dem großen Ball zu spielen, hätte nach meiner Meinung im Sinne einer effektiven Nachwuchsförderung die bessere Lösung dargestellt.
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