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Neuer Verbsandstrainer im BTTV
Der folgende Beitrag wurde heute auch als E-mail und Brief an den BTTV geschickt mit der Bitte, diesen als Leserbrief in der nächstmöglichen Ausgabe von "bayern tischtennis" zu veröffentlichen:
Man muß sich folgende Konstellation einmal vorstellen: Es wird ein Verbandstrainer in Bayern gesucht und es bewirbt sich mit Sepp Radlbrunner ein überaus qualifizierter A-Trainer, bereits seit vielen Jahren in Diensten des BTTV als Honorartrainer stehend, wohnhaft im südbayerischen Raum, dessen Erfolge speziell bei oberbayerischen Nachwuchsspielern unbestreitbar groß waren und sind.
Aus seinem Stützpunkttraining in Altötting, das er seit ca. 20 Jahren mit großem Engagement leitet, gingen Spieler hervor wie Sylvia Specht, Jürgen Hegenbarth, Tanja Riß, Thomas Wetzel, Andi Weikert, Martina Erhardsberger, Andi Büttner, Julia Kahler, Andrea Loher, nur um einige zu nennen.
Sein Fachwissen in Theorie und Praxis ist in Fachkreisen unbestritten hoch. Eigentlich ein Glücksfall für diesen Verband und vor allem die Nachwuchsspieler dieses Verbandes, müßte man zumindest meinen.
Nun passiert folgendes: Das Präsidium des BTTV trifft seine Entscheidung zugunsten eines Herrn Yilmaz Ak und entscheidet sich gegen einen im Vergleich deutlich qualifizierteren und erfahreneren Trainer aus Südbayern. Aus finanziellen Gründen, so lautet zusammenfassend ja wohl die Stellungnahme des Verbandspräsidenten.
Zu dieser Entscheidung muß ich ein paar Fragen in den Raum werfen:
Hätte es nicht vielleicht mit Herrn Radlbrunner Möglichkeiten gegeben, sich finanziell anzunähern, bzw. anders ausgedrückt, hätte man vielleicht nicht auch mit ihm eine „finanzielle Übergangslösung“ finden können? Vielleicht hätte sich gegenüber Herrn Ak gar keine finanzielle Mehrbelastung für den Verband ergeben. Hat man seitens des Präsidiums überhaupt in Gesprächen versucht, diesbezüglich eine Lösung zu finden?
Es liegt auf der Hand, daß bei der Entscheidungsfindung auch der derzeitige Verbandstrainer Müller integriert gewesen ist, schließlich muß dieser ja mit dem „Neuen“ eng zusammenarbeiten. Und da hab ich das bittere Gefühl, daß Herr Müller die möglicherweise reibungsvolle, aber vielleicht letztlich für den Nachwuchs äußerst förderliche „Zusammenarbeit“ mit Herrn Radlbrunner gescheut hat. Schließlich geht es ja auch um „Macht- und Prestigeerhaltung“, oder nicht?
Eine weitere Frage, die vielleicht nicht nur mich beschäftigt: Wo und in welchen Zeitraum hat Herr Yilmaz Ak seinen Abschluß Diplom-Sportlehrer gemacht? Wo und wodurch hat Herr Yilmaz Ak seine pädagogischen Fähigkeiten erworben?
Für mich sich die Kriterien, warum man sich gegen einen Herrn Radlbrunner und für einen Herrn Ak entschieden hat, nicht nachvollziehbar. Ob die getroffene Entscheidung des Verbandes förderlich für den Tischtennissport in Bayern ist, darüber sollten sich alle, Spieler, Eltern, Funktionäre, Trainer, Gedanken machen.
Ich sags ganz offen: das ist das traurigste Kapitel in der Geschichte des BTTV, seitdem ich mich als Spieler, Spielertrainer und jetzt als Trainer dem Tischtennissport widme.
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Trainer des TTC Fortuna Passau
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