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AW: Handball-WM 2011
So, dann geht's jetzt also noch gegen Island, Norwegen und Ungarn. In der derzeitigen Form dürfte es gegen Island wieder eine Niederlage geben, Norwegen ist machbar und Ungarn - je nach Tagesform - auch. Mehr als Gruppenplatz 4 ist aber nicht mehr drin.
Die deutschen Keeper sind gut, können aber auch nicht über die gesamte Spielzeit hexen. In der Abwehrarbeit fehlt oftmals der rechtzeitige Schritt nach vorne, wenn schon klar ist, dass der ballführende Spieler zum Wurf ansetzen wird. Also kommt man zu spät und kann sich nur noch mit Mitteln helfen, die statt Freiwurf einen Siebenmeter und evtl. noch 2 Minuten nach sich ziehen. In der Summe schwächt das natürlich enorm. Dabei hat vor allem Roggisch immer noch nicht begriffen, dass er was an seinem Spiel ändern muss. Wenn ich weiß, dass ich bei den Schiris auf der Liste der bedrohten Arten stehe und trotzdem so zu Werke gehe, dass ich drei Siebenmeter verursache und garantiert vor Ablauf der Spielzeit meine dritten Strafminuten kassiert habe, dann sollte eigentlich kar sein, dass ich meine Mannschaft damit schwäche. Da hilft auch kein Lamentieren, dass die Schiris bei mir besonders kleinlich sind. Dann bin ich entweder zu langsam oder zu ungeschickt oder beides.
Tja, und wenn dann im Angriff immer wieder die gleichen Kombinationen gespielt werden, muss ich mich nicht wundern, wenn die gegnerische Abwehr das spätestens nach dem dritten Mal gepeilt hat. Hens leitet über links ein, merkt dass auf der Seite dichtgemacht wird, zieht nach rechts und läuft sich fest, weil da schon einer steht - das ist besonders bei einem 5-1-System der gegnerischen Abwehr so. Dann wird in akuter Orientierungslosigkeit ein Mitspieler gesucht. Die haben aber alle schon ihre Vorwärtsbewegung durchgezogen und stehen nicht mehr frei genug für ein risikoloses Anspiel. Maximal erzielbares Ergebnis in so einem Fall ist dann noch der Freiwurf, der dann aber auch inspirationslos ausgeführt wird, um wieder eine ähnliche Situation wie zuvor zu bewirken. Das geht vielleicht zweimal gut, bevor Zeitspiel gepfiffen wird oder in der zwangsläufigen Hektik der Ball unsauber abgespielt wird und im Aus landet.
Weltmeisterliches Spiel sieht anders aus.
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"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." George Orwell (1903-50), eigtl. Eric Arthur Blair, engl. Schriftsteller.
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