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AW: Westdeutsche Schülermeisterschaften 2011 in Arnsberg Holzen
Ich denke das Problem liegt einfach daran, dass die Hersteller und Händler von Tischtennismaterial oftmals entweder aus Unwissenheit bzw. schlichtweg den fehlenden Mitteln nicht in der Lage sind Material zu verkaufen, dass, den richtigen Umgang mit den Materialen vorausgesetzt, sicher die Kontrolle übersteht. Entweder weil das Kontrollgerät nicht zuverlässig ist (für diese Vermutung gab es einige Anhaltspunkte, da einige um diesen Verdacht zu erhärten absichtlich Frischgeklebte Schläger zur freiwilligen Kontrolle brachten die dann zugelassen wurden), oder weil die Materialien an sich nicht immer den Grenzwerten entsprechen. Schläger z.B. die vor der Kontrolle mit free-clean (also einem Produkt das explizit erlaubt sein soll) gereinigt wurden fielen mit einem extrem hohen Messwert durch. Es waren einige Schläger durchgefallen von denen ich weis, dass sie mit dem erlaubten Kleber geklebt wurden und auch sonst keinen Kontakt zu verbotenen Lösungsmittel hatten. Zum Beispiel hatte eine Spielerin zwei völlig identische Schläger; gleiches Holz, die gleichen Beläge sowie mit dem gleichen erlaubten Kleber geklebt, wobei einer der Schläger nicht durch die Kontrolle kam der andere schon.
Somit haben die Spieler und Trainer keinerlei Möglichkeit sicher zu stellen, dass die Kinder bei den Wettkämpfen sicher mit ihren Schlägern spielen dürfen, egal wie gewissenhaft sie versuchen jeglichen Lösungsmittelfallen aus dem Weg zu gehen. Dies ist den Eltern und Spielern nur schwer zu vermitteln und bringt nicht zu letzt mich als Trainer in Erklärungsnot wenn ich den Eltern sage die Kinder brauchen aufgrund der strengen Kontrollen zwei perfekte Schläger, diese dann nicht selten über 200 Euro ausgeben und ihre Kinder dann nicht mit diesen Schlägern spielen dürfen.
Am abwegigsten ist die Vermutung die Kinder würden absichtlich Tunen oder Kleben um sich einen Vorteil zu verschaffen. Dass die Kinder ein hohes Bewusstsein haben für Gerechtigkeit und Fairness wurde bei dieser Veranstaltung mehr als deutlich. Noch nie zuvor habe ich beobachtet wie ein Kind nach einem Sieg gegen einen Gegner, mit den Tränen gerungen hat weil der Gegner nicht mit seinem Schläger spielen durfte und es die Situation absolut überfordert hat.
Ich bin immer bemüht den Spaß am Sport in den Vordergrund zu stellen. An diesem Wochenende fiel es allerdings allen mehr als schwer Spaß an unserer Sportart zu haben. Ich habe den sportlichen Teil dieses Wochenendes als ein einziges Desaster empfunden und bin der Meinung dass die Ergebnisse dieser Veranstaltung nicht zur Nominierung zur deutschen Meisterschaft herangezogen werden dürfen.
Bis dieses Problem gelöst ist, und ich werde gerne bei der Lösung mitarbeiten, werde ich an keiner WTTV Veranstaltung mehr mit meinen Vereinskindern teilnehmen bei denen es solche Schlägerkontrollen gibt. Erst wieder wenn ich mich dazu in der Lage sehe die Schläger der Kinder so vorzubereiten dass ich 100% sicher sein kann, dass sie durch die Kontrolle kommen. Denn machen wir uns nichts vor, passiert so was den Kindern noch häufiger werden bestimmt viele sich lieber eine andere Freizeitbeschäftigung suchen, bei der sie nicht derart frustriert werden. Diese Gefahr ist mir zu groß, denn ich freue mich immer sehr wenn ich sehe welchen Spaß die Kinder am Tischtennis haben und diesen zu bewahren ist definitiv wichtiger als die Teilnahme an solchen Veranstaltungen!!!
Julian Peters
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