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Alt 31.01.2011, 13:59
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AW: Westdeutsche Schülermeisterschaften 2011 in Arnsberg Holzen

Was am Wochenende bei den "Westdeutschen" passiert ist, ist in vielerlei Hinsicht ebenso enttäuschend wie ärgerlich. Die Fakten sind bekannt - ich werde hier mal meine Meinung kund tun rein aus Elternsicht und versuchen, ein paar neue Gesichtspunkte dieses Themas zu beleuchten.

1. "Tischtennis ist der fairste Sport der Welt". Das kann man spätestens nach solchen Erfahrungen wie an diesem Wochende nicht mehr so stehen lassen. Allerdings - und das macht die Sache fast schon tragisch - sind an dieser Entwicklung nicht die jungen Sportlerinnen und Sportler schuld, sondern die Industrie, die unflexiblen, ja bornierten SchiedsrichterInnen sowie möglicherweise auch die verantwortlichen Verbandsfunktionäre, die nicht in der Lage waren, bereits im Vorfeld der Veranstaltung im Dialog und in Kooperation mit den Schiedsrichtern und der Industrie dafür zu sorgen, dass solche Probleme gar nicht erst auftauchen können. Wenn man schon technische Hilfsmittel bei der Schlägerkontrolle einsetzen will, dann muss man durch entsprechende Testläufe mit unterschiedlichen Schlägern schon lange vor dem Turnier sicherstellen, dass diese Geräte keine "Kinderkrankheiten" haben. Und darauf hätten möglicherweise auch die Verbandsfunktionäre im Interesse des Sports, den sie verbandlich vertreten, insistieren müssen (wohl gemerkt: falls sie das nicht getan haben, was ich nicht weiß).

2. Nachdem auf dieser Veranstaltung entsprechende eklatante Ungereimtheiten der technischen Prüfung evident geworden sind, hätte man konsequent die Tests beenden müssen und alle auf Basis dieses Tests gemachten Entscheidungen revidieren müssen. So aber müssen alle Beteiligten das Gefühl haben, dass nicht "in dubio pro reo" gilt, sondern "in dubio pro machina". Dass im Zweifel die "Aussage" einer nachweislich fehlerhaften Maschine mehr Wert zu sein scheint als die glaubwürdigen Aussagen der (unter Generalverdacht stehenden "angeklagten") Spielerinen und Spieler und deren Trainer sowie Eltern - das ist meiner Meinung nach der größte Skandal. Aus Sicht der Kinder war die Situation geradezu kafkaesk. Alleine dieses Bild: Unsere Kinder standen im Prüfraum zitternd und mit einem unheimlichen Gefühl der Ungewissheit (und in der Regel wohl völlig unschuldig!) vor dieser rätselhaften Maschine, "gesteuert" von einem dunkel gekleideten Schiedsrichter und waren dieser Situation völlig hilflos ausgeliefert. Kurz danach mussten sie sich - wenn es gerade dennoch gut ging und die Maschine es gnädig mit ihnen meinte - dann wieder auf ihren Sport konzentrieren, weil sie gleich spielen mussten. Und für die, deren Schläger eingezogen wurde, war das natürlich noch viel schlimmer (siehe T. Körnig). Franz Kafka hätte sicher eine wunderbar abscheuliche Kurzgeschichte a la "Strafkolonie" (http://www.textlog.de/strafkolonie.html) aus den Ereignissen am Wochenende gemacht...

3. Das Ganze muss ein Nachspiel haben.Die für die beschämenden Ereigneisse bei den "Westdeutschen" Verantwortlichen müssen (vielleicht auch sportgerichtlich) zur Rechenschaft gezogen werden.

Beste sportliche Grüße
Marcus Höreth
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