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AW: Westdeutsche Schülermeisterschaften 2011 in Arnsberg Holzen
Ich denke, dass man sich auf bestimmte Fix-Punkte einigen kann:
1. der Spieler ist für ordnungsgemäßes Material verantwortlich
2. entsprechend angewiesene Schiedsrichter sind für eine Überprüfung verantwortlich, bei der es gerade in Bezug auf Mini-RAE und Co. keinen Ermessensspielraum gibt
Es gibt aus meiner Sicht eigentlich keinen Grund, in Zuge des Themas vorrangig über die Schiedsrichter zu sprechen. Wer wann welchen Einblick in die Daten bekommt und wie das vermittelt wird, ist sicher nicht egal, aber aus meiner Sicht nicht der Brennpunkt. (Ich besuche deutlich lieber Veranstaltungen, bei denen Schiedsrichter am Werk sind (= mitwirken!) - und das bis hin zu den Zählschiedsrichten am Tisch und ich bin mir ganz sicher, dass das die meisten auch so sehen und dies als wichtigen Bestandteil unseres Sports begreifen.)
Interessant finde ich im Wesentlichen den 1. Punkt und die Frage, ob der Spieler auf vernünftigem Wege prüfen und dafür Sorge tragen kann, dass das Material regelkonform ist. Die freiwilligen Tests sind schon als wichtiger Punkt genannt worden (@Achim: nimm' das bitte noch auf "deine" Liste auf).
Ob diese Testmöglichkeit wie vorgesehen zur Verfügung stand und wie intensiv diese genutzt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis - dies scheint hier kontrovers sogar von denen diskutiert zu werden die anders als ich vor Ort waren.
Man kommt im Allgemeinen nicht umhin, sich ernsthaft mit diesen Themen zu beschäftigen. Wenn man das Ganze etwas weiterspinnt und an Dopingkontrollen denkt, dann hat man ein ähnliches Problem: würden alle Teilnehmer daran denken, z.B. bei der Verschreibung eines Hustensaftes den Arzt oder Apotheker auf die Unbedenklichkeit der Inhaltsstoffe zu befragen? Ich fürchte, dass hier in etwa so viele unbeabsichtigt "hineintappen" würden wie beim Schlägertest. Eine Abschaffung der Regeln, Verzicht der Kontrollen u.ä. dürfte nicht die Lösung sein.
Ich persönlich halte den Ansatz, die aktuellen freiwilligen Kontrollen zur Pflicht zu machen für einen (ersten?) wichtigen Schritt. Dadurch dürften zum einen nachträgliche Disqualifikationen praktisch vermieden werden und zum anderen würde das sicher auch zur einer Erhöhung des Bewusstseins beitragen.
(Zu der Bemerkung, dass z.B. mehrere Ersatzschläger helfen: ja, das ist "teuer". Allerdings bedeutet schon alleine die Teilnahme an der Veranstaltung einen nicht so kleinen Kostenpunkt, von den Trainingsfahrten mal ganz zu schweigen.)
Wichtig scheint mir auch zu sein, hier geäußerte Unsicherheiten in Bezug auf die Messgenauigkeiten nach Möglichkeit auszuräumen. Ich sehe das auch so, dass ein ausbleibender positiver Test (z.B. bei einem bewusst frischgeklebten Schläger wie es hier als Beispiel genannt wurde) durchaus technisch bedingt sein könnte und zwar "ärgerlich" aber keineswegs fatal ist (so in etwa wie bei Radaranlagen zur Geschwindigkeitskontrolle die ab einer gewissen maximalen Überschreitung halt auch nicht mehr funktionieren). Das Wichtigste ist in der Tat, dass kein falscher positiver Test erfolgt. ("Positiv" im Sinne von: Grenzwert überschritten - unabhängig der Ursache hierfür.) Das *muss* aber auch gewährleistet werden, wenngleich der Vorschlag oben für eine gewisse Milderung der Konsequenz sorgen würde.
Es wäre schön, wenn wir alle das Thema weiter sachlich diskutieren könnten. Ich habe sicherlich leicht reden, da ich was diese Meisterschaft angeht "Außenstehender" bin. Aber es wäre sehr bedauerlich, wenn hier "Fronten" aufgemacht werden würden, die uns bei einer Lösung nicht weiterhelfen sondern im Weg stehen dürften.
Viele Grüße,
Christian Franzel.
P.S.: Ich sehe gerade, dass es auch um die Prüfung der Dicke geht. Um ehrlich zu sein, habe ich damit größere Bauchschmerzen. Es ist zwar immerhin besser als diese unsägliche Prüfung mit der Lupe bei der man je nach Lupe und Belag-Schnittkante nahezu "phantastische" Werte ermitteln konnte, aber das ist auch nicht gerade etwas, was man leicht im Vorfeld sicherstellen kann (und dann auch während des Turniers aufrecht erhalten kann - ab und an haut man sich ja schon mal das Holz an...). Aber auch hier gilt, dass dieses Thema nicht auf das Konto der Schiedsrichter geht...
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