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Alt 01.02.2011, 18:12
Chirurg Chirurg ist offline
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AW: Westdeutsche Schülermeisterschaften 2011 in Arnsberg Holzen

Zitat:
Zitat von Setz-It Beitrag anzeigen
In den Regeln ist ein Entscheidungsspielraum fest verankert, wird dieser ausgeschöpft, kann es zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen, da sehe ich erstmal kein Problem. Hier mal ein Beispiel:



Wenn man diese Regel nicht versteht, hat man natürlich ein Problem damit, zu akzeptieren, dass ein einmal für "gut" befundener Schläger nicht automatisch alle Folgekontrollen überstehen wird, was bei einem grenzwertigen Schläger (fehlende Noppen, zu kleiner oder stark überstehender Belag, unebener Belag usw.) auch nicht zu erwarten ist.
Die Bsp. die hier erwähnt wurden, beziehen sich nicht darauf, dass sich der Schläger mit der Zeit verändert hat und aufgrund dieser Veränderung die SR zu unterschiedliche Einschätzungen gelangen.

Die Beispiele machen vielmehr deutlich, dass der Ermessensspielraum der SR zu groß ist und sie einen Schläger nach nicht objektiven Kriterien bewerten. Wenn dann dem Spieler erzählt wird, er müsse selber dafür sorgen, dass sein Schläger zulässig ist, dann ist dies einfach Quatsch. Der Spieler kann bei seiner Messung/Einschätzung ebenfalls zu einem Ergebnis kommen, zu dem auch ein großer Teil der SR bei ihrer Messung kommt, aber ein vereinzelter SR darf dann ruhig anders entscheiden.

Im Fall der ox-Noppen: Die gehen alle von der Belagdicke etwa an die 2mm ran. Das kann man zu Hause "in etwa" nachmessen, das werden dann auch die meisten SR so bestätigen. Trotzdem kann einer daher kommen, messen und zu einem anderen Ergebnis kommen. Das ist nicht in Ordnung! Auch wenn es so in der Regel steht, das der SR das darf! Wenn ein Belag 2mm dick ist und mehrfach so gemessen wird, ist es nicht in Ordnung wenn ein SR per Tatsachenentscheid zu dem Ergebnis kommt: Heute ist der mal zu dick! Der Spieler braucht auch eine gewisse Sicherheit, ob er mit seinem Schläger spielen darf.

Genauso verhält es sich mit Messgeräten: Wenn bei der Westdeutschen Schülermeisterschaft Beläge mit VOC-haltigem Kleber aufgeklebt als Testobjekte eingeschleust werden und das minirae zeigt das nicht an, dann sind selbstverständlich berechtigte Zweifel an der Tauglichkeit und Zuverlässigkeit dieser Messgeräte erlaubt. Wenn ihr euch dann hinter den Messgeräten verschanzt und erst mal "Beweise" einklagt für die Untauglichkeit, dann frage ich mich: Wie soll man das denn noch beweisen? Das Messgerät hat doch überhaupt niemand zur Verfügung; es ist doch viel zu teuer. Wenn es auf der Veranstaltung mehrere Zeugen gegeben hat, die gesehen haben wie der voc-verklebte Schläger bei der Schlägerkontrolle durchgekommen ist, dann sollte das doch wohl Beweis genug sein, dass das Ding nicht misst, was es messen soll.

Wenn diese (z.T. haarsträubenden) Tatsachenentscheidungen und seltsamen Messergebnisse nicht bald aufhören, dann wird bald keiner mehr Lust haben, noch TT zu spielen. Ich bleibe dabei: Es muss für den Spieler - egal welchen Alters - realistisch möglich sein, zu entscheiden, ob sein Schläger zulässig ist. Das ist derzeit nicht der Fall und das bestätigen auch die haufenweise unterschiedlichen Einschätzungen der SR, die es ja selber nicht zuverlässig entscheiden können.

Das ist für eine Sportart, die zumindest um gleichbleibende Mitgliederzahlen und mehr Zuschauer ringt, einfach kontraproduktiv.

Gruß, Gabi
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Mein Schläger stinkt wenigstens nur von einer Seite!
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