Zitat von Auszeit
Wenn der Spieler sein "normales" oder "zu erwartendes" Potenzial abruft/ abrufen kann, mag das so sein. Es macht meiner Meinung nach allerdings schon einen Unterschied, wenn man weiß, dass eine Niederlage zu Punktabzug führt bzw meinen TTR- Wert nach unten verschiebt. Gerade das Nachdenken darüber hemmt einen doch schon, speziell bei Turnieren, wo man ja auf mehrere Gegner trifft. Kann man da sein volles erwartetes Leistungspotential abrufen?
Von der systematischen Seite aus mag es ja so sein, dass wenn du konstant dein Niveau bringst solche Punktverschiebungen nach unten über einen längeren Zeitraum wieder ausgleichen kannst.
Ein Tischtennisspieler ist aber keine Maschine. Emotionen spielen auch eine Rolle, das was quasi im Kopf abgeht. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger, ganz klar.
Nun sagt du wahrscheinlich, dass die TTR Statistik besagt, dass sich ab einem gewissen Alter mein Wert in einem bestimmten Punkteraum einpendelt. Ist ja auch deutlich zu sehen bei my.tischtennis. Große Veränderungen gibt es nicht. Der Zeitpunkt, auf den wir uns beziehen liegt ja in der Zeit, wo die einzelnen Spieler noch gar nichts von ihrem persönlichen Wert wussten. Da kann man doch bestimmt in gewisser Weise freier aufspielen als jetzt, wo den meisten ihre individuelle Punktzahl und die möglichen Auswirkungen auf ihre Positionierung innerhalb des Vereins bekannt sind. Aus systematisch mathematischer Sicht ist das irrelevant. Sicher, natürlich zielt ein System nicht darauf ab bestimmte Personen systematisch schlechter zu stellen, das ist natürlich klar. Wäre ja auch unsinnig.
Es wurde jetzt öfters angesprochen, dass man ausschließlich im Fall einer Niederlage punktelle Nachteile bekommt. Naja, das ist ja wohl klar, wer immer gewinnt, kann weder hier noch da benachteiligt werden.
Wenn jeder gemäß seiner ihm zugeteilten objektiven Erwartung spielt hat er auch nichts zu befürchten, auch bei Turnieren nicht. Aber geht jeder Spieler völlig objektiv in ein Match? Das ist vom Spielertyp abhängig. Natürlich, wenn man einen schlechten Tag hat und verliert, sinkt mein Wert. Aber wenn ich mein Leistungspotential völlig unbefreit abrufe wird er sich in der andauernden Periode wieder auf den Ausgangsbereich einpendeln.
Ist es nicht vielmehr so, dass gerade subjektive Faktoren eine Rolle spielen. Es baut sich ein größerer Druck auf wenn ich verliere, ich MUSS infolgedessen gewinnen um auf meinen Ausgangspunkt zu kommen. Was mir ja rein objektiv nicht schwerfallen dürfte.
Zusammenfassend muss man sagen, ich bin kein Freund dieses Systems, so wie es sich mir im Moment darstellt. Ich sehe aber dennoch die positiven Aspekte. Möchte mich der Sache auch nicht grundsätzlich quer stellen. Sicher werden durch die Rangliste viele Dinge vereinfacht. Im Gegensatz dazu bleibt aber zu berücksichtigen ob zB Faktoren wie "Spaß" und "Freude" dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Das sind ja gerade die Dinge, weshalb die meisten diesen Sport betreiben.
|