Zitat:
Zitat von Obachecka
Also Jaskula äh... Gregor wählen...   ?!
Man muss ja nicht gleich vom Regen in die Traufe...
Irgendwie beschleicht mich allerdings das Gefühl, dass das Auftreten hier jetzt recht widersprüchlich zu deinen sonstigen Meinungsäußerungen ist. Irre ich mich?
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Inwiefern? Ich habe nie postuliert, dass Hartz IV sowas wie eine 'Lösung' sei. Ich habe auch nie gesagt, dass Hartz IV gerecht sei. Im Gegenteil habe ich hier schon vor Jahren in den Wahl-Threads darüber gewettert, was Hartz IV für ein Mist ist und wer diesen verzapft hat. Ich habe auch hier und da angesprochen, dass es Menschen gibt, die schuldlos in diese Situation gekommen sind, ebenso aber auch viele aus eigener Dummheit, Faulheit, Antriebslosigkeit, also nicht unbedingt unverschuldet. Den Konsens diesbezüglich hatten wir ja auch schon durchgängig erreicht, wenn ich mich recht entsinne.
In meinem Beitrag von heute Nacht habe ich das Thema 'Unverschuldet' höchstens minimal tangiert. Was ich da sonst geschrieben habe, steht gewiss nicht im Widerspruch zu dem, was ich hier zuvor zu Ursache und Wirkung von Hartz IV gesagt habe. Kann höchstens sein, dass das anders interpretiert wurde, weil man mir hier über Monate den Wimpel des reaktionären Buhmanns angeflickt hat, da ich ein paar Fakten beim Namen genannt habe, die nicht jedem in den Kram passen.
Der Beitrag von heute Nacht enthält auch so ein paar Fakten, z.B. dass wir in Deutschland nicht genug Arbeit haben und in Zukunft sogar relativ noch weniger. Da kann man jetzt aufschreien "Ja, warum ist das denn so?!", aber das habe ich ja schon in Ansätzen erklärt. Dann könnte wieder der nächste Aufschrei folgen: "Das ist ungerecht!". Kann man so sehen, aber ob's hilft...? Ich glaube, den wenigsten Hartz-IV-Empfängern wäre wirklich damit geholfen, wenn man sie in den Arm nimmt und ihnen mit solidarischem Bedauern verkündet, dass sie ein armes Opfer der Umstände sind.
Ja, und dann sind wir wieder bei der Frage, was man ändern kann, damit die Umstände sich verbessern. Dass dieses Unterfangen jedoch ziemlich aussichtslos ist, habe ich auch schon skizziert. Also bleibt für mich nur noch die Frage, was ich ändern kann, wenn die Umstände sich nicht ändern lassen. Da bleibt mir nur der Schluss, dass ich mich selbst ändern muss. Ob in der Biologie oder in der Wirtschaft nennt man das 'Anpassung'. Oh, da tönt der nächste Aufschrei: "Ich will mich nicht anpassen!". Tja, und dann dreht man in freudiger Erwartung die Liste mit den Möglichkeiten um und stellt fest, dass da nichts mehr steht...