Einzelnen Beitrag anzeigen
  #76  
Alt 11.02.2011, 18:31
User 17544 User 17544 ist offline
...
Foren-Urgestein - Master of discussion ***
 
Registriert seit: 02.08.2006
Beiträge: 11.720
User 17544 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Strafe für parallelen Einsatz in 2 Mannschaften nicht im Spielbericht vermerkt

Zitat:
Zitat von BlinderBarmer Beitrag anzeigen
Das mit dem Exempel meinte ich nur dahingehend das ich noch nie gehört habe das schonmal beide Mannschaften dafür bestraft worden sind, und so selten ist das nicht, glaube ich. Wenn man jetzt damit anfängt muss das ja einen Grund haben. Naja muss nicht, ist aber naheliegend.
Ich glaube nicht, dass es oft vorkommt, dass ein Heimverein einen Spieler an zwei zeitgleich stattfindenden Spielen teilnehmen lässt. Dass das nicht gestattet ist sollte zumindest jeder Kapitän wissen. Es mag sein, dass es vorkommt, dass ein Spieler an zwei Spielen teilnimmt, die nicht in der selben Halle stattfinden. Das kann dann natürlich auch kein Gegner mitkriegen.

Hier war es aber so, dass das zwangsläufig 4 Mannschaften mitgekriegt haben müssen, weil beide Spiele in ein und der selben Halle stattgefunden haben. Zudem ist es so gut wie unmöglich, dass durch den doppelten Einsatz eines Spieler der Ablauf in zumindest einem der beiden Spiele nicht erheblich gestört wird. Unzulässige Verzögerungen bzw nicht einhalten der geforderten Spielreihenfolge sind kaum vermeidbar. Das lässt sich dann auch relativ zweifelsfrei an den beiden Spielberichten ablesen. Ein Brett 1 der im Doppel 1 der 2. Mannschaft 8 mehr oder weniger knappe Sätze (jeweils vier) gespielt hat, kann es zeitlich nicht schaffen im Doppel 3 der 1. Mannschaft anzutreten, wenn dort das erste Doppelspiel nach drei eher deutlichen Sätzen beendet ist.

Ich würde diesen Umstand als ausreichenden Beweis erachten, dass der Spielbericht somit nicht hätte von den Gästen unterschrieben werden dürfen, da durch die Spielberichte deutlich wird, dass aller Wahrscheinlichkeit nach gegen die gültige WO verstoßen wurde. Entweder haben sich beide Mannschaften darauf geeinigt, dass Doppel drei zu einem späteren Zeitpunkt - mit Änderung der vorgesehenen Spielreihenfolge - stattfinden zu lassen, was nicht erlaubt ist, oder sie haben unzulässig lange mit dem Beginn des Doppel 3 gewartet. Das ist ebenfalls laut WO nicht zulässig, denn solche Spiele müssen dann als kampflos verloren in den Spielbericht eingetragen werden. Eins von beiden muss zwangsläufig vorgekommen sein. Das kann man an den beiden Spielberichten ablesen und einigermaßen gesichert hochrechnen. Sollte das usw in J 19 b.j nicht schon so ausreichen, dürfte das zumindest ein weiterer - für mich - nachvollziehbarer Grund für die erfolgte Wertung sein. Es ist schließlich einfach nicht möglich jede mögliche und scheinbar unmögliche Situation in einer WO zu erfassen. Es wird immer Situationen geben, die eine Spielleitung ohne entsprechenden Wortlaut in der WO zur Verfügung zu haben, entscheiden muss. Ich hätte es auch nie für Möglich gehalten, dass ein Heimverein auf die Idee kommt einen Spieler in zwei zeitgleichen Spielen einzusetzen. Allerdings kenne ich die technischen Möglichkeiten, die durch click-TT zur Verfügung stehen. Da bin ich sicher nur einer von vielen. Der der das weiß, dass click-TT nicht automatisch merken kann, wenn ein Spieler zeitgleich im Sinne der WO an zwei unterschiedlichen Spielen teilnimmt, kann sich das zu nutze machen. Spielleiter können unmöglich jeden Ersatzspieler diesbezüglich überprüfen. So etwas kommt dann, wie in eurer Gruppe, nur raus, wenn der Spielleiter darauf hingewiesen wird. Eine derartig essentielle WO-Regel sollte eigentlich jeder Verein kennen. Das es mal vorkommen kann, dass ein Spieler im Glauben, dass seine Mannschaft mit dem Mannschaftskampf schon fertig ist und er beruhigt als Ersatz zur nächsten Halle reist, um dann dort auszuhelfen, will sicherlich keiner bezweifeln. Mann verlässt die Halle z.B. beim Stand von 1:8 und geht davon aus, dass es gleich vorbei ist. Spielt dann beruhigt Ersatz in der anderen Mannschaft und erfährt im Nachhinein, dass das Spiel noch mal richtig spannend wurde und erst 1,5 Std später vorbei war. Das kann dann auch keiner Gastmannschaft angelastet werden. Hier lag der Fall aber anders. Die Gastmannschaft hat direkt mitgekriegt, dass ein Spieler der Heimmannschaft an zwei Spielen zeitgleich beteiligt war. Dass das nicht statthaft ist, sollte sie eigentlich wissen. Dass es dadurch obendrein aller Wahrscheinlichkeit nach zu Problemen beim vorgeschriebenen Ablauf kam bzw von vorn herein klar war, dass es dazu kommen könnte, hätte ihnen mehr als zu denken geben müssen. Den den vorgeschriebenen Ablauf sollte jede Mannschaft kennen. Auch dass ein Verstoß dagegen Folgen hat. Als Spielleitung kann man mMn nicht darüber hinwegsehen. Selbst wenn alles nur aus absoluter Unwissenheit heraus geschehen ist - ist jedes falsch aufgestellte Doppel, dass zu kampflos verloren Wertungen führt ja auch - kann die Spielleitung nicht anders handeln, als sie es getan hat. Finde ich zumindest, auch wenn ich hier mit meiner Meinung allein auf weiter Flur stehe...

Ob die Gastmannschaft nun Protest gegen die Entscheidung einlegt, muss sie ganz allein entscheiden. Sie wird am Besten wissen, ob die Spielreihenfolge nicht eingehalten wurde, oder aber unzulässig lang gewartet worden ist. Immerhin gab es ja noch eine andere Gastmannschaft, die das bestätigen könnte, wenn es denn stimmt. Die beiden Spielberichte weisen jedenfalls deutlich darauf hin, dass der in der WO vorgegebene Ablauf eines Spiels kaum eingehalten worden sein kann. Die Entscheidung ein so deutliches Indiz als ausreichenden Beweis anzuerkennen liegt bei der zuständigen Instanz. Das werden wir hier und in keinem anderen Forum klären können.
Mit Zitat antworten