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AW: Qatar Open 9. - 13.2.2011 - Doha (Qat)
Generell kann man einfach nicht sagen, dass Boll "besser" oder "schlechter" ist, als "die Top-Chinesen". Er hat gegen manche der Spieler einfach bessere Chancen zu gewinnen und sieht, systembedingt, gegen einige Chinesen einfach schlecht aus. Dazu gehören wohl die Penholderspieler Wang Hao und Xu Xin. Ma Lin nicht mehr so, da er auch einfach langsamer geworden ist. Das kann man nicht unbedingt direkt mit "schlechter" gleichsetzen. Die Qualität von Ma's Schlägen ist z.B. nach wie vor sehr gut, vielleicht sogar besser als noch 2006. Sein Spiel ist nach dem FK Verbot nur nicht mehr so brutal schnell, was wiederum Timo Zugute kommt. Timo selbst mag es überhaupt nicht, wenn er schon im Aufschlag-Rückschlag Spiel so unter Druck gesetzt wird, dass er nie richtig zu seinem Spiel findet. Eben das beherrscht Xu Xin mit seinen brutalen ersten Topspins und effetreichen und extrem variablen Rückschlägen sehr gut, und das fruchtet besonders gegen Spieler wie Timo. Im "offenen" Spiel, also das, was viele mit "ballwechsel" gleichsetzen, hat Boll meiner Meinung nach die Nase gegen sehr viele Chinesen, auch Xu Xin, vorn. Das wiederum ist die Domäne von Spielern wie Wang Hao und auch immer noch von Wang Liqin, und, in gewissem Maße, von Ma Long. Dort muss ein Spieler wie Boll anders seine Punkte machen. Gerade gegen Wang Hao fällt es Boll schwer ein Mittel zu finden. Und gegen Xu Xin hat er das auch noch nicht richtig.
Ich bin es ziemlich leid, bei jedem Sieg von Timo hier im Forum direkt Lobeshymnen zu lesen und von selbsternannten Experten zu hören, Timo sei direkt "besser". Genauso darf man eine Niederlage nicht direkt zu einem "die Chinesen sind besser, oder Timo ist "schlechter"" machen. Das liegt einfach stark an der Tagesform, der richtigen Taktik und dem Spielsystem des jeweiligen Gegners. Ich stimme meinem Vorredner darin zu, dass Timos Chancen Weltmeister zu werden genauso hoch liegen, wie die jedes einzelnen Topchinesen. Ich denke, dass man das auf diese Weise sagen kann und dann daraus schließen könnte, dass unser Timo Boll im Moment absolut auf Augenhöhe mit den Topspielern aus China liegt.
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