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AW: Bürgerwehr ... oder was hilft gegen Prügelkids
Noch ein längerer Ausschnitt (Zitat PKS):
Präventionsmaßnahmen
Die strategische Ausrichtung der Kriminalprävention orientiert sich an der Sicherheitslage
und an dem Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. Sie muss vor allem auf die Entstehungsund
Bedingungszusammenhänge von Kriminalität abzielen. Daneben bilden unter anderem
Befragungen und methodische Analysen eine Grundlage für die kriminalpräventive Arbeit.
Eine systematische und objektive Bewertung von kriminalpräventiven Ansätzen, Maßnahmen
und Initiativen ist unverzichtbar.
Die Polizei ist aufgrund ihres Zugangs zu Kriminalitätsdaten und Daten zum Sicherheitsgefühl
ein wichtiger Akteur und Initiator präventiver Maßnahmen. Der Handlungsbedarf zur
Polizeilichen Kriminalprävention ergibt sich, neben der Fallzahlentwicklung der Polizeilichen
Kriminalstatistik (PKS), auch aus einzelnen Delikten und Phänomenen, die das Sicherheitsempfinden
besonders beeinflussen. Auf Basis dieser Ergebnisse können finanzielle Mittel
gezielt für wirksame Präventionsstrategien eingesetzt werden.
Das Jahr 2009 ist in der öffentlichen Wahrnehmung insbesondere durch die Amokläufe in
Winnenden und Ansbach geprägt. Amokläufe erreichen durch ihre Schwere eine kriminalpolitische
Bedeutung und eine hohe Öffentlichkeitswirkung. Der nach der Tat in Winnenden
und Wendlingen im März eingesetzte „Expertenkreis Amok“ erarbeitete umfangreiche Empfehlungen
für verschiedene Handlungsfelder für Schulen, Polizei und Forschung, wie beispielsweise
der Umgang mit Amokandrohungen, Empfehlungen zur Opferbetreuung bzw.
-nachsorge. Die für die innere Sicherheit zuständigen Innenminister des Bundes und der Länder
haben sich in ihren Sitzungen zudem eingehend mit dem Thema Amok beschäftigt und
wichtige Präventionsansätze auf den Weg gebracht, wie die beschleunigte Einführung eines
nationalen Waffenregisters, die Begrenzung der Verfügbarkeit von Schusswaffen oder die
fortlaufende Optimierung vorhandener Amokkonzeptionen.
PKS 2009 13
Darüber hinaus fördert der Bund das Forschungsprojekt „Network Against School Shootings
(NETWASS)“ der Freien Universität (FU) Berlin. Das Projekt hat das Ziel, potenzielle Täter
oder Risikopersonen für derartige Gewaltereignisse bereits frühzeitig zu erkennen und ihnen
professionelle Hilfe zukommen zu lassen, ohne jedoch im schulischen Umfeld stigmatisierend
zu wirken.
Nicht zuletzt durch den Tod eines Helfers in einem S-Bahnhof in München haben sich die
Innenminister 2009 intensiv mit der Verbesserung der Sicherheit im Öffentlichen Personennahverkehr
(ÖPNV) und der Förderung der Zivilcourage befasst. Präventionsansätze sind
hierbei die Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften und die Videoüberwachung auf
Bahnanlagen und in Fahrzeugen, die weitere Verbesserung der Effizienz von Notrufeinrichtungen
und durch Ordnungspartnerschaften erreichte Alkoholverbote auf Bahnanlagen und in
Fahrzeugen.
Daneben setzt die Polizei mit dem Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und
des Bundes (ProPK) einen besonderen Schwerpunkt im Bereich bundesweiter Präventionsmaßnahmen.
ProPK verfolgt das Ziel, die Bevölkerung, Multiplikatoren, Medien und andere
Präventionsträger über Erscheinungsformen der Kriminalität und Möglichkeiten zu deren
Verhinderung aufzuklären. Hervorzuheben sind insbesondere folgende Handlungsfelder:
Jugendgewalt:
Handygewalt – umgangssprachlich und verharmlosend „Happy Slapping“ genannt – hat sich
zu einem bedenklichen Trend unter Jugendlichen entwickelt. Ein Grund, weshalb die Polizeiliche
Kriminalprävention 2009 die Neuauflage des Medienpakets „Abseits?!“ zur Gewaltprävention
an Schulen um einen Kurzfilm zur Handygewalt erweitert hat. Weitere Themen, die
in kurzen Episoden behandelt werden, sind Mobbing, Sachbeschädigung, Abzocke sowie verbale
und körperliche Aggression.
Alkohol/Gewalt:
Um der besorgniserregenden Entwicklung des Alkoholmissbrauchs junger Menschen und
seinen negativen Folgen wie Gewalt entgegenzuwirken, hat die Polizeiliche Kriminalprävention
ihre Kampagne „Don’t drink too much – STAY GOLD“ im Jahr 2009 weiter ausgebaut.
Im Rahmen des im schülerVZ ausgerufenen Wettbewerbs „Ideenrausch“ setzten sich Hunderte
von Jugendlichen aus ganz Deutschland kreativ mit dem Thema „Komasaufen“
auseinander.
Zivilcourage:
Als weiteren Baustein der „aktion-tu-was“ hat die Polizeiliche Kriminalprävention das
Medienpaket „Weggeschaut ist mitgemacht“ fertiggestellt, das dazu beitragen soll, bei
Kindern und Jugendlichen eine Kultur des Hinschauens und Helfens zu fördern.
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Große Leuchten (Sonnen) brennen schnell und sehr hell, aber meist nicht sehr lange (ein paar mio Jahre). Zum Glück bin ich nur ein kleines Licht
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