Zitat:
Zitat von Pinguin
Interessant finde ich, dass in der (offiziellen?) Pressemeldung auf der DTTB-Homepage nicht erwähnt wird welche Messgeräte genau durchgefallen sind; nur in der Meldung vom Express wurde das Belagsdickenmessgerät genannt.
|
Mich wundert es auch, dass auf der DTTB-HP kein Wort darüber verloren wurde, um welche Messungen es gegangen ist. Allerdings steht nicht nur in der Meldung des Express, dass es sich um die Belagsdickemessung gehandelt hat. Auch in einer Meldung der Süddeutschen war das zu lesen. Die halte ich für seriös und kann mir nicht vorstellen, dass sie vom Express ungeprüft abschreiben.
Zitat:
Zitat von Pinguin
Bin mal gespannt ob irgendwann auch noch offiziell bekanntgegeben wird welches Messgerät wirklich betroffen war - denn bis zu 80 % erhöhte Werte würden bei der Belagsdicke denke ich sehr schnell auffallen. In Anbetracht der vielen Beläge knapp an der Grenze der Belagsdicke (etwa 3,90 mm bis 4,00 mm) hätten schon 10 % Abweichung oftmals zur Disqualifikation geführt - und dann wirklich "nur 6 Fälle"?
|
Hier kann ich natürlich auch nur vermuten, allerdings scheint mir folgendes Szenario am Wahrscheinlichsten:
Es wurde bis zu dem ungewöhnlichen Messergebnis von ca 7,2 mm (80% drüber) 5 Schläger beanstandet. Daraufhin haben die Racket Controller den OSR informiert, dass sie eine Messung vorgenommen haben, die ein Ergebnis von 7,2 mm erbrachte, die aber nie und nimmer stimmen kann, da man mit dem bloßen Auge sieht, dass das Ergebnis nicht stimmt. Nach kurzer Beratung, ist man dann überein gekommen, dass man alle bis dahin ausgesprochenen Schlägerdisqualifikationen, einschließlich der garantiert falschen Messung annuliert und hat gleichzeitig vorsichtshalber beide baugleichen ITTF-Messgeräte aus dem Verkehr gezogen und durch DTTB- bzw WTTV-eigene Messgeräte ersetzt.
Daraus ist dann die Pressemeldung enstanden, die den Eindruck erweckt, dass beide Messgeräte defekt waren und die eine tatsächlich falsche Messung, die einen 80 % überhöhten Wert ergeben hat, als Aufhänger mit den Worten: fehlerhafte Messung um bis zu 80% veröffentlicht. Ein solche undifferenzierte - weil kurze Meldung, da längere kein Sch**** liest - ist nicht ungewöhnlich in der Presse.
Die Express-Meldung hat leider gravierende Mängel. Dort wird von den GO als Turnier für die deutsche Elite berichtet und die Kontrollen sollen laut Express vor den Spielen stattgefunden haben.
Das es sich um VOC.Messungen gehandelt hat, ist für mich schwer vorstellbar. Eine Überschreitung von 80% dürfte kaum dazu geführt haben, dass ein Defekt vorliegt. Gemessene 5,4 ppm würden kaum jemanden veranlassen, am Messergebnis zu zweifeln.
Zitat:
Zitat von Pinguin
Weiterhin denke ich sieht man auch sehr schön, dass durchaus mit Augenmaß gehandelt wurde: als erkannt wurde, dass die Messgeräte fehlerhaft waren, wurden die Messungen annuliert und die Spielergebnisse - es waren after-match controls - gewertet wie gespielt.
|
Sehe ich genau so. Die Racket Controller haben es augenblicklich nicht leicht. Sobald ein Schläger bei der Kontrolle - egal welcher Art - wegen Überschreitung der zulässigen Grenzwerte beanstandet wird, ist das Theater groß. Es werden dann ja nicht nur die Messverfahren an sich in Frage gestellt - darüber kann man ja durchaus geteilter Meinung sein - sondern, die Contoller selbst stehen sofort in der Kritik. Z.T. müssen sie sich sogar mit unangemessenen persönlichen Anfeindungen auseinandersetzen.
Das nun auch noch der Präsident des größten Verbandes hingeht und über die Controller des WTTV unangemessen richtet und sie als rücksichtslos, unverantwortlich und ohne gesunden Menschenverstand handelnd darstellt, halte ich für unverantwortlich.
Jeder Mensch hat selbstverständlich das Recht seine Meinung frei äußern zu dürfen - und das ist auch gut so. Nur sollte dabei nicht vergessen werden, dass man sich natürlich nicht mit jeder Äußerung - wenn sie dann dahingehend abdriftet, dass sie beleidigend bzw ehrabschneidend für andere Personen wird - hinter diesem Grundrecht verstecken kann. Für eine frei geäußerte Meinung muss man dann auch persönlich einstehen. Dass der Präsident des TTVN diese Äußerung noch in seiner Funktion als Präsident des TTVN schriftlich an einen großen Verteiler gerichtet hat, macht die Sache nicht besser.
Zumal er das eigentliche Problem mit nicht einem einzigen Wort erwähnt hat. Das liegt ohne Zweifel darin, dass zugelassene Beläge trotz der ab dem 1.9.2010 in Kraft getretenen Richtlinie zur Schlägerkontrolle weiterhin von Haus aus mit VOC-Belastungen ausgeliefert werden dürfen, die diese Richtline nicht einhalten und die Spieler damit im Regen stehen gelassen werden.
Natürlich ist es einfacher die Verantwortung auf die Schiedsrichter zu schieben, als sich mit den Herstellern oder der ITTF anzulegen. Es ist der Weg des geringsten Widerstandes, den er gewählt hat, um sich bei einer möglichst breiten Mehrheit der Aktiven beliebt zu machen.