Zitat:
Zitat von wasisnhierlos
Randnotiz:
Zhang Jike gibt nach seinem Finalsieg dem Schiri die Hand einfach so im vorbei laufen, ohne auch nur einmal kurz zu ihm hinzusehen (Zhang schaut stur in Laufrichtung). Finde ich respektlos. Ein kurzer Blick und ein kurzes Nicken, kann es dann doch schon sein.Das ist ein Verhalten, welches auch Spieler anderer Nationen zeigen, aber bei den Chinesen ist das besonders ausgeprägt, wie ich finde.
|
Ist ein Punkt, der hier im Forum oft angesprochen wird, und der meist von völligem Unwissen über die chinesische Kultur, ihren Fairnessbegriff und vor allem von der in Asien üblichen Höflichkeit zeugt. Das "nicht in die Augen sehen" beim Handshake ist kulturell und kulturethisch begründet. Und das kommt so :
In Europa und der sog. "westlichen Welt" begegnen sich zwei ebenbürtige Gegner (heißt: Sozial gleichgestellt), und klatschen dementsprechend mit Blickkontakt und einem festen Handschlag ab.
In China jedoch gilt es als unhöflich und anmaßend, sich selbst quasi implizit mit seinem Gegner gleichzustellen. Ihnen gebietet da die Höflichkeit, dass man den sozial "niedriger" gestellten mimt, diese typische Verbeugung kommt nicht von ungefähr. Und als sozial niedriger gestellter vermeidet man Blickkontakt.
Der kräftige Handshake, hier ein Zeichen von Männlichkeit und Respekt, ist übrigens in China recht Neu, wenn ich mich korrekt erinnere. Dort sind Demut und Distanziertheit ein Zeichen von Respekt, nicht von Arroganz.
Nachtrag:
Im Übrigen haben sich Ma Lin und Chen Qi -meiner Meinung nach zurecht- auch am deutschen Publikum gestört. Erstens war die Halle am Samstag so gut wie leer, wenn Timo Boll nicht gespielt hat, und zum anderen wurden alle anderen Spiele vom achso fairen deutschen Publikum ganz einfach ignoriert. Das meiner Meinung nach beste Spiel des Turniers (Ryu Seung-Min vs. Ma Lin) fand so gut wie keine Beachtung. Auch mussten Ma Lin und Chen Qi mehrmals ihren Aufschlag abbrechen, weil der Beifall für jeden kleinen Schupfpunkt an Tisch 1 nicht endete, oder der Hallensprecher (dessen Ansagen trotz internationaler Beteiligung konsequent auf Deutsch waren und der nicht einen chinesischen Namen richtig aussprechen konnte ["Zang Jikä"] einfach seine Ansagen in den Ballwechseln machte. Begeisterung hin oder her (klar hat Boll hier den Heimvorteil auch verdient), wirklich fair ist es nicht, und vor allem zeugt es meiner Meinung nach nicht von wirklichem Interesse am Tischtennissport, wenn man nur Boll zusehen will. Boll kann man eigentlich immer irgendwo sehen. Die Chance, mal die anderen Topspieler zu beklatschen bietet sich in Deutschland nicht allzu oft.