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Alt 03.03.2011, 22:31
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Carstens_Brüderchen Carstens_Brüderchen ist offline
Isch hol glei mein Bruda!
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Zitat:
Zitat von Nacki Beitrag anzeigen
...Und laßt doch mal den Olaf, auch wenn seine Beiträge oft nicht nur womöglich, sondern auf jeden Fall merkwürdig anmuten. Er ist erstens nicht der "Feind" und zweitens gilt hier in dieser Beziehung folgende Beziehung: Lucius/Olaf = Welt-Artikel/Fleischhauer.
Ganz davon ab, dass ich nichts mit Lucius zu tun habe (auch, wenn ich einige seiner Beiträge für vertretbar halte) und mit dem Welt-Artikel bzw. Herrn Fleischhauer schon gar nicht, sind meine Beiträge sicher 'merkwürdig', weil nicht in irgendeinem 'Mainstream'.

Es ist Fakt, dass ich das Finanzamt nicht bescheiße, dass ich Tempolimits einhalte, wo sie sind, dass ich meinen Mitmenschen gegenüber ehrlich bin. In dem Sinne, dies erwähnt zu haben, bin ich dann wohl ein Narziss. Interessant ist, dass es als 'dämlich' oder 'merkwürdig' bezeichnet wird, wenn man genau das macht, was eigentlich als 'richtig' betrachtet wird.

Die Doppelmoral, die hier in einigen Beiträgen offenbar wird, wird noch nichtmal mehr wahrgenommen! Da wird voller moralischer Entrüstung über den Betrug eines Ministers schwadroniert und gleichzeitig von 'Narziss' gesprochen, wenn jemand tatsächlich die moralischen Werte verinnerlicht, die da anderweitig mit Füßen getreten wurden. Kranke Welt! Dass überhaupt jemand auf die Idee kommt, zu sagen "Jo, Steuerbetrug is' auch Scheiße, hatter recht." kommt keiner. Andere Aspekte, die das gesellschaftliche Miteinander zur Hölle machen, weil jeder nur noch an sich selbst denkt, sind doch eigentlich das selbsterklärte Angriffsziel Nr. 1 der meisten, die hier jetzt auf mich einhacken...

Noch mal die Frage: WAS ist denn jetzt 'richtig'? Wenn ich Guttenberg verdamme, muss ich an mich höhere Maßstäbe in Sachen Moral anlegen. Sonst ist das heuchlerisch bis ins Letzte! Damit rede ich dem Ex-Minister nicht das Wort! Ich frage mich lediglich, wie man sich gleichzeitig über moralisches Fehlverhalten UND über moralischen Selbstanspruch lustig machen kann, ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Die linken Fraktionen - ob im Bundestag oder hier oder 'im Volk' - wettern über 'Moralverlust', wobei der Begriff der 'Moral' derart konservativ besetzt ist, dass diese Fraktionen sich die Verwendung eigentlich selbst verbieten. Das nenne ich einen Widerspruch in sich. Und das führt die ganze Situation in ein völlig abstruses Fahrwasser.

Dann kommt allerdings schnell das Argument auf den Tisch, dass Moral was damit zu tun habe, diese von 'oben' nach 'unten' zu praktizieren. Nö! Das funktioniert nur in beide bzw. alle Richtungen. Und dazu gehört, dass man sich an die eigenen Nase fasst. Mir ist es völlig Latte, ob ich als 'Narziss', 'Besserwisser' oder 'Arschloch' bezeichnet werde; ich weiß, dass ich nach Maßstäben lebe, die sich moralisch mit der Gesellschaft und ihren Gesetzen vertragen. Und darüber freue ich mich. Wie schon mal gesagt - jeder, der das anders handhabt, soll das mit sich selbst ausmachen. Es ist nur lächerlich, wenn sich 'so jemand' dann über die moralischen Unzulänglichkeiten Anderer aufkröpft!
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"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." George Orwell (1903-50), eigtl. Eric Arthur Blair, engl. Schriftsteller.