Zitat:
Zitat von stefan.s
Nachtreten?
Argumente? Ist es tatsächlich ein 'Argument', denjenigen, die einen Rücktritt des Herren befürworten, irgendwelche imaginäre eigene Verfehlungen vorzuwerfen, um dann im Umkehrschluss diejenigen des Freiherrn zu relativieren?
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Falls Du mir damit unterstellen solltest, ich wolle die Verfehlungen des Freiherrn relativieren oder beschönigen, so liegst Du falsch, Stefan.
Ich habe versucht, eine Erklärung zu finden für den doch als immens zu betrachtenden Rückhalt, den er weiterhin aus der Bevölkerung erfährt und welcher mir persönlich eben auch zunächst unerklärlich schien.
Dass (Stand: 02.03.11, Quelle weiß ich nicht mehr) immer noch 44% der Deutschen an ihm festhalten bzw. den Rücktritt vom Rücktritt wünschen, muss doch gerade bei der erdrückenden Beweislast und den nachweislichen Schwächen in der Amtsausübung einen Grund haben. Sind es die gegelten Haare, ist es das gute Aussehen seiner Frau, ist es der Adelsstand...? Alles eher nicht.
Ich kann es mir eben nur so erklären, dass ein Großteil seiner unbeirrten Sympathisanten sich mit den als 'menschlich' ausgelegten Schwächen identifiziert, weil sie selbst schon vergleichbaren Mist gebaut haben. Bei Rot über die Ampel zu gehen, halte ich dabei übrigens nicht annähernd für 'vergleichbar'.
Ähnliche Phänomene sieht man z.B. bei der Diskussion um Marihuana/Cannabis: Der Besitz ist ab einer bestimmten Menge strafbar. Wer in seiner Jugend oder immer noch über Jahre regelmäßig selbst seinen Joint konsumiert hat, sieht das aber irgendwie 'gemäßigter': "Ein, zwei Jo's am Tag sind doch kein Grund, jemanden zu kriminalisieren...". Kann es sein, dass da häufig von 'Lappalien' die Rede ist, weil man irgendwie selbst betroffen ist...?