Für mich war die entscheidende Szene beim Stand von 2:1 und 8:4 für Ovtcharov. Steger macht die nächsten beiden Punkte, Ovtcharovs Vater nimmt Auszeit, kann aber kaum vernünftig coachen, weil er ewig braucht die Rückennummer aber schnell gewechselten Trikot neu zu befestigen.
Generell hatte man das Gefühl, dass Dima das Spiel eigentlich dominiert, gerade mit der Vorhand hat er aber immer wieder leichte Chancen liegen gelassen. Als er in den ersten beiden Sätzen ein paar mal hinternander leichte Bälle ins Netz gezogen hat, hat er mit schwarz statt rot auf der Vorhand weitergespielt. Das geilste am Sieg von Steger waren eigentlich die Emotionen danach. Erst sich auf den Rücken fallen lassen, dann hoch auf die Tribüne gestürmt und Mama und Papa umarmt, dazu Standing Ovations vom Publikum.
Das Halbfinale von Barthel gegen Han Ying war dagegen was für Masochisten -obwohl die Zuschauer auch hier am Ende gut mitgegangen sind. Ewige Schupfduelle, dazwischen ein Topspin-Heber von Barthel, dann wieder Geschupfe. Irgendwann im sechsten Satz ruft der Trainer von Barthel "Zeitspiel" , das es nach meinem subjektiven Empfinden schon viel früher hätte geben müssen. Wahrscheinlich haben die Schiris die Zeit nicht mitgestoppt. Beim Jubel und Siegerinterview kam Barthel übrigens sehr symphatisch rüber - hätte ich gar nicht so für möglich gehalten.