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Alt 07.03.2011, 19:59
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Carstens_Brüderchen Carstens_Brüderchen ist offline
Isch hol glei mein Bruda!
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

So oder so oder auch anders wird zu Guttenberg nicht in den Bau wandern. Da wird eine 'minderschwere Urheberrechtsverletzung ohne nachweislichen wirtschaftlichen Schaden in nennenswerter Höhe' draus, eine Ermahnung seitens des Gerichts, dies nie wieder zu tun und eine Spende in fünfstelliger Höhe (maximal) an eine wohltätige Organisation.

Sozialstunden wird man Herrn zu Guttenberg ob seines Standes nicht zumuten, eine (auch nur symbolische) Haftstrafe zur Bewährung, die definitiv deutlich unter der Höchststrafe von drei Jahren zu liegen käme, wird mit Sicherheit selbst die Staatsanwaltschaft nicht in Betracht ziehen. Selbst wenn, dann wäre er mit garantiert unter 24 Monaten zur Bewährung weiterhin offiziell nicht vorbestraft, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Auch dann hat das Gericht die Möglichkeit, die Strafe in eine Geldstrafe umzuwandeln. Diese Möglichkeit wird das richtende Gremium in jedem Fall wählen.

Spätestens mit Zahlung der Geldstrafe wird er vor dem Gesetz wieder als rehabilitierter und somit unbescholtener Bürger gelten. Die Strafe ist absolviert, da geht dann - zumindest in dieser Angelegenheit - nichts mehr. Das Polizeiliche Führungszeugnis weist keinerlei Einträge auf, einer Kandidatur - ob in Bayern oder als Kanzler - steht fortan nichts mehr im Wege.

So oder zumindest sehr ähnlich wird's laufen.

P.S.: In einem Staat, in dem jemand für 30 oder mehr sexuelle Nötigungen Schutzbefohlener (kleiner Mädchen zwischen 8 und 12 Jahren) 18 Monate auf Bewährung bekommt, während jemand, der EUR 10.000,- an Steuern hinterzogen hat, für drei Jahre in den Bau wandert, darf das aber nicht verwundern. Schließlich ist der 'Schaden' bei den EUR 10.000,- eindeutig zu beziffern. Bei den kleinen Mädchen leider nicht. Und das ist offensichtlich das einzig greifbare Kriterium in der Unterscheidung der beiden unter P.S. genannten Fälle.
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"Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen." George Orwell (1903-50), eigtl. Eric Arthur Blair, engl. Schriftsteller.