Zitat:
Zitat von Lucius
Sorry Kevin, aber irgendwelche ellenlange Blogeinträge, von irgendwelchen Leuten, lese ich eher selten, schon allein aus Zeitgründen. Das geht sicher deutlich kürzer.
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Ist nicht "irgendein" Blogeintrag, sondern 'ne direkte - und meines Erachtens gute - Antwort zu "deinem" Matussek-Artikel. Deswegen hier verlinkt.
Außerdem: soooo lang ist der Eintrag nun wirklich nicht.
Schade, da verpasst du etwas.
Aber gut....
Zitat:
Zitat von Lucius
Wie ist denn Deine persönliche Meinung? Gehört der Islam historisch zu Deutschland?
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Wie ist denn deine Meinung

?
Was den Matussek-Artikel angeht, kann mich durchaus dem Blog-Artikel anschließen:
Hier mal zwei kurze Auszüge, damit es dein schmales Zeitkonto nicht überbeansprucht:
Zitat:
Durch die simple Gleichung "Islam=Terrorismus" und Verweis auf einige Irre diskreditiert er (Matussek) auf einen Schlag nicht nur eine gesamte, weltumspannende Religion - es werden auch alle in einen Topf geworfen, die dieser Religion angehören, gleich zu welchem Grad. Das ist wie zu behaupten, dass jeder Katholik Kinder missbrauchen würde, nur weil einige radikale Priester das getan haben. Matussek greift zusätzlich auf einen beliebten Trick der Rechtspopulisten zurück, indem er die Mahner gegen solche Islamophobie als unverbesserliche und unrealistische Gutmenschen darstellt, die einfach die Augen verschließen.
.......
Sie und Ihresgleichen sind verantwortlich dafür, dass alle gut gemeinten Integrationsansätze scheitern und die Kooperationsbereitschaft der "islamischen Lobbys" abnimmt. Der zweite Satz Ihres Artikels ist der aufschlussreichste für diese Denke, enthält er doch folgenden Halbsatz: "Es deckt sich mit dem, was der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seinen in Deutschland lebenden türkischen Landsleuten vor wenigen Tagen mahnend zugerufen hat, als er sie erneut vor der Assimilation warnte." Nein, Herr Matussek, das hat er nicht seinen in Deutschland lebenden türkischen Landsleuten zugerufen. Das hat er Ihren Landsleuten zugerufen, türkischstämmige Mitbürger mit deutschem Pass.
Dass seine Botschaften Gehör finden ist die Schuld von Menschen wie Ihnen, die offenkundig nicht bereit sind, die Ausländer als Mitbürger anzuerkennen und stets als Bürger zweiter Klasse behandeln - dann aber stets entsetzt sind, wenn diese sich nicht vollständig integrieren.
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Zu der Äußerung Friedrichs:
Ich weiß nicht, wie man das Dazugehören einer Religion zu unserer Kultur überhaupt definieren will.
Historisch? Vom heutigen Einfluss her? Von irgendwelchen Werten her?
Finde ich außerordentlich schwierig.
Ich persönlich lege die Definition an, dass man sagen kann, der Islam gehört heutzutage zu Deutschland, da er (nicht nur in den Medien) "allseits" präsent ist und man damit in großem Maße konfrontiert wird.
Sogar historisch lassen sich da wohl Ansätze finden, siehe SPON:
Zitat:
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Zitat von SPON.de
Doch ab wann gehört man "historisch" überhaupt zu "Deutschland"? Die erste Moschee auf deutschem Boden ließ Friedrich Wilhelm I. im Jahr 1732 in Potsdam errichten, für 20 türkische Garnisonssoldaten, die ihm der Herzog von Kurland geschenkt hatte. 1762 gab es in der preußischen Armee ein eigenes islamisches Korps. 1798 entstand in Berlin der erste islamische Friedhof. 1807 kämpften deutsche Muslime für Preußen gegen Napoleon.
Das ist, genau genommen, länger als es Deutschland als Einheitsstaat gibt.
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Und religiös (werteorientiert?) wohl sowieso: Christentum und Islam basieren ja gleichermaßen auf dem Judentum.
Diese Frage ist meines Erachtens aber auch gar nicht das allerwichtigste an der Sache.
Denn, ganz abgesehen davon, ob man Friedrich nun sachlich Recht geben will oder nicht:
Meines Erachtens hat er den in Deutschland lebenden Muslimen, die versuchen, sich zu integrieren und Anerkennung zu finden, wieder mal vor den Kopf gestoßen. Und das absolut unnötig. Der Grund dafür? Gute Frage. Fischen am Sarrazin-Ufer