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Zitat:
Zitat von Abwehrtitan
Aufgemerkt, ich spreche nicht vom Glauben, ich spreche von der
Organisation Kirche. Die Geschichte von Morden an Andersden-
kenden ist beinahe eine unendliche.
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Und es war nicht nur das Morden allein, sondern auch die Art und
Weise, wie gemordet und gerichtet wurde - insbesondere im Spät-
mittelalter bis ins 18. Jahrhundert hinein.
Stichwort Todesstrafe: Manche Vorfälle und Verbrechen, die heute
mit Freisprüchen oder Gefängnisstrafen abgehen, wurden damals in
vielen europäischen Regionen, Königreichen und Fürstentümern mit
Vierteilung, Verbrennung, Pfählung, Zersägen, Ausweidung, Häutung,
Rädern... geahndet.
Und dies geschah häufig und über lange Zeit durch Druck und inhu-
mane Leitlinien aus Rom. Liberaler eingestellte weltliche Landesherren,
die die Todesstrafe begrenzen, ganz abschaffen oder aussetzen wollten
und dies vereinzelt auch taten, hatten mit Anfeindungen, Ächtung und
Verfolgung durch die Geistlichkeit zu rechnen.
Und wenn es weiterhin nach den Päpsten und dem Vatikan gegan-
gen wäre, würde hier heute wohl noch vieles im Argen liegen.
Doch gottlob kam irgendwann das Zeitalter der Aufklärung. Mit
wichtigen Impulsen von Philosophen, Literaten, Rechtsgelehrten
und anderen Vordenkern.
Wie den Franzosen Montaigne, Montesquieu, Victor Hugo und dem
Italiener Cesare Beccaria: ein Jurist aus Mailand, der sich in seinem
1764 erschienenen Werk
'Von den Verbrechen und Strafen' entschie-
den gegen Folter und Todesstrafe aussprach und für ein gerechtes,
tat- und schuldangemessenes Strafrecht ohne Willkür eintrat.
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