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Aufgalopp ein großer Flop
Böblinger Bote vom 1.9.03
Tischtennis: Frauen der SV Böblingen verlieren in 2. Bundesliga
Aufgalopp ein großer Flop
Böblingen - Nach Meinung der Experten hat der NSC Watzenborn-Steinberg weder mit dem Ab- noch mit dem Aufstieg aus der 2. Bundesliga im Tischtennis zu tun. Die SV Böblingen hingegen wird von zwei Vereinsvertretern immerhin auf Platz zwei getippt.
Dieser Favoritenrolle wurden die Schützlinge von Trainer Martin Keller am Sonntag nicht gerecht. 6:4 für Watzenborn, wie vor vier Monaten.
Gespielt wurde in Pohlheim in der Nähe von Gießen. Petra Beck hatte das Vergnügen, mit Ex-Europameisterin Qianhong Gotsch Doppel spielen zu dürfen. Die beiden Böblingerinnen machten ihre Sache sehr gut und gewannen mit 3:1. Dafür schwächelten Kurz/Urban, Spielstand also 1:1. Immerhin: Besser als im letzten Vergleich der beiden Teams, denn da lag die SVB gleich mit 0:2 im Hintertreffen.
Die Einzel begannen mit einem erwarteten Sieg von Hana Valentova gegen Böblingens Youngster Alexandra Urban. Dafür hat Qianhong Gotsch nichts verlernt. Das bewies sie in ihrem ersten Einzel für die SVB nach fünf Jahren Exil in Betzingen. Nach wie vor unerreicht sind "Hongis" Schnittabwehr mit der Rückhand und die Schmetterschläge mit der Vorhand. Dazu noch die raffinierten Aufschläge. Inka Dömges gelang jedenfalls kein Satzgewinn. Dann unterlag Petra Beck und Raffaela Kurz gewann. 3:3 zur Halbzeitpause.
Hana Valentova hieß die zweite Gegnerin von Qianhong Gotsch. Watzenborns Tschechin spielte schon mal für den VfL Sindelfingen und ist Nationalspielerin. War aber kein Problem für Böblingens neuen alten Star. Wieder 3:0 nach Sätzen für "Hongi". Damit führte die Sportvereinigung mit 4:3, aber nicht lange. Alexandra Urban fand auch im zweiten Einzel nicht zu ihrer gewohnten Stärke. Zu allem Überfluss unterlag Raffaela Kurz Watzenborns Neuzugang Tatjana Bär.
Petra Beck hatte es im letzten Spiel mit Yu Neuhoff zu tun, eigentlich ein unbeschriebenes Blatt. Die gebürtige Chinesin kam nur ins Team, weil Desiree Czajkowski passen musste, die etatmäßige Nummer zwei von Watzenborn-Steinberg. Petra Beck kämpfte konzentriert um jeden Zähler, ein Sieg hätte der SVB wenigstens noch ein Unentschieden gebracht. Die Böblingerin spielte verhalten, auf Sicherheit, was sonst gar nicht ihre Art ist. Der vierte Satz ging über zehn Minuten, so dass sogar noch die Zeitregel in Kraft treten musste. Doch auch das half Petra Beck nichts, im fünften Satz gelang ihr nichts mehr, sie unterlag mit 3:11 gegen Watzenborns Joker und damit auch die SV Böblingen.
Nur ein Böblinger Zähler ohne Beteiligung von Qianhong Gotsch, das war zu wenig. Trübsal auf der Bank und bei den mitgereisten Böblinger Fans, die mit großen Erwartungen in Hessische gefahren waren. Nächsten Freitag kann die SVB dafür unbeschwert aufspielen, da geht es zum hohen Titelfavoriten TTC Schwarza in den Thüringer Wald.
Den Auftakt hatten sich die Frauen der SV Böblingen sicherlich ganz anders vorgestellt.
Die Ergebnisse (Watzenborn zuerst genannt): Valentova/Dömges - Gotsch/Beck 1:3, Bär/Neuhoff - Kurz/Urban 3:2, Valentova - Urban 3:1, Dömges - Gotsch 0:3, Bär - Beck 3:2, Neuhoff - Kurz 1:3, Valentova - Gotsch 0:3, Dömges - Urban 3:1, Bär - Kurz 3:2, Neuhoff - Beck 3:2
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