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Alt 14.02.2001, 14:32
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Matthias Landfried
TT-NEWS
 
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Was soll denn noch alles geändert werden???

Hat unser Sport nicht auch schon vorher funktioniert?

Einige sinnvolle Änderungen gibt es ja, aber muß denn an allem "rumgedoktert" werden? Sind denn alle Änderungen wirklich sinnvoll und dem TT förderlich? Stehen die Entscheidungsträger / die Funktionäre mit beiden Beinen noch aktiv im TT-Sport und bekommen die Änderungen am eigenem Körper zu spüren?

Man macht sich Gedanken über mehr Attraktivität des TT-Sports, über schwindende Mitgliederzahlen, über Nachwuchssorgen und über was weiß ich noch was alles. Das ist ja ok, aber bringen die Regeländerungen und Einschnitte in den TT-Sport wirklich die gewünschten Erfolge? Oder bewegen sie gar z.T. das Gegenteil?

Man bringt den 40mm Ball, welcher im Grunde genommen schon ein gewaltiger Eingriff in den TT-Sports ist, auch wenn die Auswirkungen in der Praxis dann auch nicht sooooo groß waren, aber man hat eine grundlegende Änderung entschieden, die Frage ist was es gebracht hat oder ob es etwas gebracht hat. Die andere Frage ist, wer das entschieden hat und vor allem: Wer hat das wollen? Hatten die Weltranglistenspieler überhaupt eine Möglichkeit auf die Entscheidung einzuwirken? Die breite Basis wurde sowieso vor vollendete Tatsachen gestellt und hatte da gar nichts mit zu entscheiden.

Dann wird an allen möglichen Orten mooonatelang über so S C H W A C H S I N N diskutiert (im Forum ja immer noch), ob und wann man jetzt seinen Schläger nach einem Schlägerbruch oder sonstwann wechseln kann oder darf
Das geht jetzt nicht um die Beweggründe dieser neuen Regelung, aber bringt denn so eine Regelung unseren TT-Sport voran daß es nötig ist so etwas zu reglementieren und darüber dann monatelang zu diskutieren??? Also mir ist noch nie aufgefallen daß ein Timo Boll, Jan-Ove Waldner oder Vladimir Samsonov nach jeder Aufschlagserie zur Sporttasche rennt und einen neuen Schläger auspackt und erklärt mir mal bitte welchen prozentualen Anteil es ausmacht, wo Spieler den TT-Sport durch Schlägerwechsel während des Spiels beeinträchtigen, stören oder sonst was.
Was will man mit solchen Regeln bewirken?

Wäre es nicht sinnvoller, die unnötige Zeit, welche man mit einer solchen Regeländerung verbringt, in aktive Nachwuchsarbeit zu investieren?

Überall heißt es "Nachwuchssorgen", das ist doch dummes Gerede!! Es liegt nicht daran daß keine Kinder da wären, die gerne TT spielen würden, sondern es liegt daran daß es an den Vereinen mangelt, die den Kindern etwas bieten, die ein ordentliches, abwechslungreiches und interessantes Training anbieten, b.z.w. es fehlt an den Einzelpersonen, die etwas bewegen! Meist steht und fällt die Sache doch mit einer einzigen Person. Mir kann keiner erzählen daß er sich richtig bemüht und trotzdem mittelfristig keine Kinder in die Halle bekommt.

Selbst wenn die Sportart Tischtennis im Fernsehen doppelt so oft gesendet wird, das heißt noch lange nicht daß deswegen mehr Leute zum TT-Sport kommen.

Man sollte auch mal bedenken daß man den aktiven TT-Spielern nicht die Freude am Sport vermiesen sollte durch immer mehr Einschränkungen / Reglementierungen.

Den Noppenspielern werden nach und nach mehr Beläge verboten, die Noppen reglementiert, dann noch der 40mm Ball eingeführt, welcher eine weitere Benachteiligung darstellt. Ich kennen keinen richtig guten Abwehrspieler, der sagt "der neue Ball ist super für mich".
Für die Spieler ist es doch eher gut wenn ein Angreifer mit viel Spin anzieht und sie mit den Noppen dann "drunterfahren" können, es ist tödlich wenn der Angreifer auch immer mehr mit dem Schuß auf die Noppen spielen kann.
Die Abwehrer lieben es mit Schnittwechsel zu agieren, Topspins wie eine Wand zurück zu "schaufeln", die Stopbälle zu erlaufen, immer wieder dagegen zu ziehen oder zu schießen und die Angreifer zur Verzweiflung zu bringen.

Die Angreifer mit ihren frischgeklebten Schlägern lieben es, aus jeder Lage "durchzurohren" daß es nur so klackt, maximalen Spin und Tempo erleben zu dürfen, den Abwehrer an die Wand zu spielen, den Angreifer beim Topspin-Topspin in die weite VH zu jagen und dann die Kugel brachial parallel zu versenken.

Das ist Tischtennis!!

Es gibt wohl keinen Angreifer, der sich eine wahre Schlacht mit einem gleichwertigen Abwehrer geliefert hat, dem es nicht insgeheim Spaß gemacht hat, auch wenn er verloren hat.
Bei den Turnieren will doch das Publikum gerade diese Abwehrer sehen, die wollen einen Ding Song, einen Matsusitha, einen Syed, einen Shetinin sehen, die Leute stehen auf den Stühlen wenn die die unglaublichsten Bälle zurück bringen.

Warum dann nicht das Abwehrspiel fördern??

In meiner Trainingskooperation mit zwei Vereinen gibt es sieben verschiedene Trainingsgruppen, u.a. eine spezielle Abwehrspielergruppe. Ein Abwehrspieler wertet jede Trainingsgruppe auf.

Tischtennis wird nie so medienwirksam werden wie Fußball o.ä., die meisten Zuschauer sind doch ausschließlich selber aktive TT-Spieler, also was heißt es dann "TT muß transparenter werden"?? Die Zuschauer was in der Halle sind, die verstehen das wenn ein Liu Guoliang die brutalsten Aufschläge zaubern und die komplette Weltspitze alt aussehen läßt, da sind viele Zuschauer dann sogar begeistert und denken "mein Gott was läßt der den Waldner alt aussehen" und vor allem "das gibts doch nicht daß der mit kurzen Noppen sooo viel Schnitt reinbekommen kann". Und sagt mir aber bitte mal keiner daß das Spiel vom Liu Guoliang dem TT-Sport schadet, daß das unattraktiv ist, denjenigen würde ich nämlich mal raten das WM-Finale zwischen Liu Guoliang und Ma Lin anzuschauen, das war 25:23 im fünften Satz und wenn man nicht die einzelnen Spielstände gewußt hätte, dann hätte man meinen können das wäre eine Showkampf gewesen.

Nichts gegen eine Änderung der Aufschlagregel!! Aber was soll denn der Schrott, daß eventuell nur noch Rückhand-Aufschläge erlaubt sein sollen???
Leute, also irgendwann hörts mal auf! Kommt als nächste Regel daß man einen Unterschnitt-Aufschlag nur noch diagonal zurück schupfen darf oder daß in der Verlängerung ab 20:20 nur noch ab dem dritten Ball angezogen werden darf oder die Spielbox nachdem Spielaufruf immer mit dem rechten Fuß zu erst betreten werden muß???
Was will man noch alles reglementieren? Man soll unseren Sport mal weitgehend so lassen wie er ist und nicht an allem "rumdoktert".
Ein etwaiges Verbot von VH-Aufschlägen wäre wie wenn man im Tennis nur noch Aufschläge von unten zu lassen würde.

Man könnte gerade meinen daß 95% der Spiele so ablaufen, daß es nur noch Aufschlag-Rückschlag-Bumm ist oder daß man fast keine Aufschläge mehr zurückspielen kann weil man nie sieht was drin ist. Also wenn ich mir hochklassige Spiele anschaue, dann ist das ganz selten daß da einer absolut nicht mit den Aufschlägen des Gegners zurecht kommt, mal ganz davon abgesehen daß man ja selber 50% des Spiels selber Aufschlag hat. Und wenn in den unteren Klassen ein "Aufschlagmonster" die Gegner zum Verzweifeln bekommt, dann wird der sicherlich auch eine Klasse höher spielen wollen oder müssen und dann kommt er eben mit dem Aufschlag nicht mehr durch und die Spieler die nur noch "Aufschlagmonster" vor sich sehen, die müssen sich vielleicht Gedanken machen ob sie nicht vielleicht einfach zu schwach für diese Spielklasse sind und lieber eine Liga tiefer spielen sollten.

Ich will jetzt niemand zu nahe zu treten, aber ein Verbandsfunktionär, der ernsthaft eine Aufschlagregel so auslegen will daß nur noch Rückhandaufschläge erlaubt sind, der sollte sich Gedanken darüber machen ob er für seinen Job geeignet ist.

Die Leute sollten sich hier mal im Diskussionsforum der Diskussion stellen, dann würden sie schnell merken wie die Meinung der Basis und der Spitze ist. Wir haben hier in im Forum Spieler/innen von der untersten Kreisklasse bis hoch zum Weltranglisten-TOP10-Spieler und ich denke daß TT-News eine geeignete Plattform ist, ein repräsentatives Meinungsbild zu bekommen.

Ich habe schon viele bekannte Leute in der TT-Szene reden hören, daß das was die ITTF da in ihren stillen Kämmerlein entscheidet zum Teil wirklich vollkommen realitätsfremd ist und die Basis sieht das meist genauso.

Der DTTB-Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig hat im DTS gesagt, daß die ITTF-Vertreter sehr optimistisch sind, daß diese Regeländerung schon jetzt bei der WM in Osaka durchgesetzt (beschlossen) wird.

Desweiteren soll TT nicht mehr bis 21 gehen sondern nur noch bis 11 und der Aufschlagwechsel wie im Tennis-Tiebreak sein, d.h. einer beginnt den Satz mit einem Aufschlag, danach kommt der andere mit zwei Aufschlägen und dann immer zwei-zwei im Wechsel.

Innerhalb kürzester Zeit werden viele Noppenbeläge verboten, der Ball um 2mm vergößert, es sollen nur noch Rückhandaufschläge erlaubt werden, die Sätze nur noch bis 11 gehen und das Aufschlagrecht immer nach zwei Aufschlägen wechseln.

Jetzt frage ich mich: Wird man hier eigentlich überhaupt noch was gefragt? Muß man sich alles ungefragt gefallen lassen? Muß man alle Regeländerungen akzeptieren welche die breite Masse und selbst die meisten Profis gar nicht wollen? Muß alles von jetzt auf nachher sein? Gibt es genügend Testphasen und genügend Mitspracherecht für die Profis und Vertreter von der Basis?

Ich glaube daß die Regeländerungen insgesamt als Schuß nach hinten los gehen, denn mit keiner dieser Regelungen lockt man definitiv mehr Nachwuchs in die Hallen, sondern man vergrault eher aktive TT-Spieler, denen der geliebte Sport immer mehr vermiest wird.

Ich habe gerade echt die Schnauze voll. Aber das wird die ITTF genauso wenig interessieren, wie wenn sich hundert TT-Spieler finden die dort eine e-mail oder einen Brief hinschicken. Wenn man was bewegen will, dann ist z.B. TT-NEWS das richtige Medium, hier ist eine Plattform für alle TT-Spieler wo man richtig Meinungen austauschen kann, wir arbeiten auch momentan an der englischen Version von TT-NEWS mit englischsprachigem Forum, so daß wir weltweit TT-Spielern auf TT-NEWS eine Community bieten können. Dann werden auch die englischsprachigen ITTF-Vertreter lesen können wie die Meinung der Leute ist.

I R G E N D W A N N _ H Ö R T ´ S _ M A L _ A U F _ ! ! !

Sätze nur noch bis 11, alle zwei Aufschläge wechseln, das kann für mehr Spannungsmomente sorgen, aber nur noch Rückhandaufschläge machen??

Das ist dann doch ein bischen zu viel des "Guten".

Ich bin sicherlich nicht konservativ und bin allen neuen Ideen gegenüber offen, ich würde wahrscheinlich nicht mal was sagen wenn die Sätze nur noch bis 11 gehen würden, das Aufschlagrecht immer nach drei Aufschlägen wechseln würde und wenn beim Aufschlag einfach nur das Verdecken verboten werden würde. Aber vor allem daß nur noch RH-Aufschläge erlaubt sein sollen, so wie es Colin Clement interpretieren will, kann ich nicht akzeptieren.

Es ist sehr schwer, die Aufschlagregel richtig zu definieren, man müßte irgendwie die Position des freien Armes direkt nach dem Ballhochwurf festlegen, z.B. daß der Ball mindestens 30cm hochgeworfen muß und die freie Hand beim Ballwurf direkt nach Verlassen des Balles zum Bauch oder Oberschenkel gehen muß. Schwierig, ich weiß, aber das wäre nicht so katastrophal wie wenn man nur noch mit der RH aufschlagen dürfte oder nur noch komplett vor dem Körper.

Was sind das für Leute, die diese Regeln erfinden? Wie alt sind die? Wo spielen die, b.z.w. spielen die überhaupt noch aktiv? Was haben die für einen Kontakt zur Basis? In wie weit beteiligen die sich an einem Meinungsaustausch mit der Basis und der Spitze?

Geändert von BT-Tobi (14.02.2001 um 15:35 Uhr)
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